17:11 18 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    10579
    Abonnieren

    Das amerikanische Außenministerium hat am Donnerstag ein Russland-Briefing durchgeführt, in dessen Rahmen zahlreiche Vorwürfe gegen Moskau erhoben wurden.

    „Russland hat sein unkonstruktives Verhalten im Nahen Osten seit 2015 intensiviert, als es seine Aktionen zur Unterstützung des Regimes von (dem Staatschef Baschar al-Assad) ausweitete“, so der stellvertretende Assistent des US-Außenministers für europäische und eurasische Angelegenheiten, Christopher Robinson.

    Ferner sagte er, Libyen sei „zum nächsten Ort für bösartige Bemühungen Russlands zur Nutzung von regionalen Konflikten für seinen knappen politischen und wirtschaftlichen Gewinn“ geworden.

    „Obwohl Russland oft öffentlich erklärt, dass es eine politische Regelung, beispielweise in Syrien und Libyen, unterstützt, beteiligt es sich zugleich an Aktionen, die einen politischen Friedensprozess unterminieren und den Konflikt verschlimmern“, betonte er.

    Dabei warf Robinson Russland „eine Desinformationskampagne“ zur Deskreditierung von internationalen Organisationen, unter anderem der OPCW, vor.

    Russland hat ihm zufolge aberwitzige Erklärungen, wonach die USA für die Etablierung der Terrormiliz IS* („Islamischer Staat“; auch Daesh) verantwortlich, die Weißhelme in Syrien mit dem Terrorismus verbunden seien und die britischen Geheimdienste die Chemieattacke in Duma im Jahre 2018 fabriziert hätten.

    „Darüber hinaus beteiligt sich Russland an einer Desinformationskampagne zur Ausnutzung der Covid-19-Pandemie. Die russische Desinformation behauptet, die USA oder die westlichen Länder seien die Virusquelle, indem es Unsicherheit bezüglich der internationalen Reaktion schürt. Mit dieser Taktik signalisiert Russland klar, dass es einen Nutzen aus der globalen Krise zur Förderung seiner eigenen Destabilisierungsagenda ziehen will“, fügte er hinzu.

    Dabei nannte er keine Namen von Beamten, die solche Behauptungen hätten aufstellen können.

    Haltlosigkeit der US-Kritik

    Russlands Außenministerium hatte zuvor mehrmals die US-Kritik in Bezug auf Syrien und Libyen zurückgewiesen. Moskau betonte unter anderem, dass sich die russischen Kräfte in Syrien befinden, um auf Einladung der Regierung des Landes gegen Terroristen zu kämpfen, während die ungebetene Militärpräsenz der USA in Syrien nach den Normen des internationalen humanitären Rechts als Okkupation eingestuft werden kann.

    Mit Hinblick auf Libyen hatte Russlands Außenminister zuvor erklärt, die Nato-Länder hätten im Jahre 2011 die Resolution des US-Sicherheitsrates verletzt, um das damalige Staatsoberhaupt, Muammar al-Gaddafi, loszuwerden, woraufhin das Land in eine tiefe Krise geraten ist. Russland wird Lawrow zufolge bei der Regelung des Konflikts in Libyen helfen und nach Wegen für einen Krisenaustritt suchen.

    Die Vorwürfe der Desinformation in Corona-Zeiten wies Moskau ebenfalls mehrmals zurück.

    *Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten

    ak/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Fall Nawalny: Deutsche Eliten und „Ausdruck eines Niedergangs“ – Experte Fischer knallhart
    Fall Nawalny: Deutschland und OPCW weichen Antworten auf Russlands Fragen aus – Lawrow
    Nord Stream 2: Versorgungsschiff „Iwan Sidorenko“ kehrt nach Kaliningrad zurück
    Belarus kann dem Weg des Baltikums folgen – Expertenmeinung
    Tags:
    Libyen, Syrien, Desinformation, Einmischung, US-State Department, Briefing, Vorwürfe, Russland, USA