22:09 19 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    228150
    Abonnieren

    Ermittlungen im Fall um den Cyberangriff auf den Bundestag im Jahr 2015 fördern brisante Details zutage. Laut einem Medienbericht sollen russische Hacker E-Mail-Konten der Kanzlerin kopiert haben.

    Nach Angaben des „Spiegels“ sollen Fachleute des Bundeskriminalamts (BKA), des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und privater Unternehmen den Cyberangriff inzwischen teilweise rekonstruiert haben. So seien zwei E-Mail-Fächer aus Merkels Abgeordnetenbüro Ziel der Attacke gewesen. Sie hätten die E-Mail-Korrespondenz von 2012 bis 2015 enthalten.

    Den Hackern sei es offenbar gelungen, beide Postfächer komplett auf einen anderen Rechner zu kopieren, berichtete das Nachrichtenmagazin. In welchem Umfang die kopierten Mails in den Besitz des GRU (Zentralorgan des russischen  Militärnachrichtendienstes) gelangten, sei offenbar noch unklar. Sicherheitskreisen zufolge sollen Analysen eines Privatunternehmens einen Abfluss im größeren Stil nahelegen. Das Bundeskanzleramt hat dazu bislang keine Stellung genommen.

    2015 drangen Hacker in das IT-System des Deutschen Bundestags ein und stahlen mehr als 16 Gigabyte Daten – darunter zahlreiche E-Mails von Abgeordneten. Schon damals wurde der russische Geheimdienst dahinter vermutet.

    Angeblich russische Hacker

    Am Mittwoch erließ die Bundesanwaltschaft einen internationalen Haftbefehl gegen den 29-jährigen russischen Soldaten Dmitri Badin. Dem Mann werden geheimdienstliche Agententätigkeit und Ausspähen von Daten vorgeworfen.

    Den Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes (BKA) zufolge soll Badin eine entscheidende Rolle bei dem Angriff auf den Bundestag gehabt haben, indem er eine eigens entwickelte Schadsoftware gesteuert hat, mit der dann Passwörter abgegriffen wurden.

    Kremlsprecher Dmitri Peskow äußerte sich dazu wie folgt: „Ich habe in diesem Fall leider oder zum Glück nichts zu kommentieren. Ich weiß nicht, wen Deutschland auf die Fahndungsliste gesetzt hat, von welchen Hackern die Rede ist und warum dieser Hacker unbedingt mit der GRU in Verbindung stehen soll.“

    Immer wieder wird Russland vorgeworfen, Cyberangriffe gegen westliche Länder durchzuführen. Moskau hat diese Anschuldigungen wiederholt als unbegründet zurückgewiesen.

    mka/gs

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Unbekannte schicken Trump Paket mit Rizin – CNN
    „Russland wird Atomwaffen nur anwenden, falls ...“ – Politikmagazin über aktuelle Nuklear-Strategien
    „Machen uns sehr angreifbar“: CSU-Urgestein und Rechtsanwalt Gauweiler zum Fall Nawalny – Exklusiv
    Fall Nawalny: Deutsche Eliten und „Ausdruck eines Niedergangs“ – Experte Fischer knallhart
    Tags:
    Angela Merkel, Hacker, Bundestag, Cyberangriff