14:40 09 Juli 2020
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    Das deutsche Bundesinnenministerium hat den Bericht eines Mitarbeiters, in dem dieser die Strategie gegen die Corona-Pandemie massiv anzweifelt, als dessen „Privatmeinung“ zurückgewiesen. Laut einer Stellungnahme der Behörde am Sonntag sei diese „eigenständig vorgenommene ‘Analyse’“ außerhalb der sachlichen Zuständigkeit des Verfassers erfolgt.

    Als „nicht akzeptabel und mit den allgemeinen Pflichten im öffentlichen Dienst nicht vereinbar“ kritisiert das von Horst Seehofer geleitete Ministerium das Handeln des Referenten, der das mehrseitige Dokument unter Nutzung des Briefkopfs des Ministeriums und dienstlicher Kommunikationskanäle verbreitet habe.

    Der Mann soll das gut 80 Seiten umfassende Papier nach „Spiegel“-Informationen sowohl intern wie extern an einen großen Verteiler verschickt haben. Dem Magazin zufolge wurde der Referent vorläufig von seinen Dienstpflichten entbunden und ihm bis auf Weiteres der Zugriff auf sein E-Mail-Postfach gesperrt.Das Online-Portal „Tichys Einblick“ hatte berichtet, dass der Mann in seiner Analyse von einem globalen „Fehlalarm“ schreibe. „Es sterben an Corona im Wesentlichen die Menschen, die statistisch dieses Jahr sterben, weil sie am Ende ihres Lebens angekommen sind und ihr geschwächter Körper sich beliebiger zufälliger Alltagsbelastungen nicht mehr erwehren kann (darunter der etwa 150 derzeit im Umlauf befindlichen Viren)“, heiße es darin.Die Gefahr des neuartigen Coronavirus sei „nicht größer als die vieler anderer Viren“. Die von den Behörden angeordneten Maßnahmen richteten mehr Schäden an als Nutzen, glaubt der Corona-Rebell. Zu den ergriffenen Maßnahmen schrieb er demnach: „Der Kollateralschaden ist inzwischen höher als der erkennbare Nutzen.“

    Darauf erwiderte am Sonntag das Innenministerium, viele Länder dieser Welt und die meisten Länder in Europa hätten ähnliche Maßnahmen ergriffen, die zum Teil über die Einschränkungen über die hierzulande geltenden Regelungen hinausgingen. „Das Infektionsgeschehen in Deutschland ist im internationalen Vergleich bislang eher niedrig. Die ergriffenen Maßnahmen wirken“, wurde betont.

    ls/sb/dpa

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    Tags:
    Der Spiegel, Horst Seehofer, Bundesinnenministerium, Deutschland