02:35 14 Juli 2020
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    Die im Lager Rukban gestrandeten syrischen Flüchtlinge sind gezwungen, eine Menge Geld für einfache, lebensnotwendige Dinge auszugeben; widrigenfalls sind sie Folter ausgesetzt, sagten ehemalige Lagerbewohner gegenüber Journalisten.

    Mhammad Massaada, der zwei Jahre im Lager Rukban festgehalten wurde, erzählte: „Im Lager gibt es weder Essen noch Wasser noch Strom, also nichts. Es gibt medizinische Probleme. Ich habe dort zwei Jahre verbracht. Man muss sogar für Gebrauchswasser zahlen. Die Amerikaner und die von ihnen kontrollierten Militanten verhindern die Einfuhr von humanitären Hilfsgütern ins Lager. Deshalb beschloss ich zu fliehen.“

    Die syrischen Behörden haben eine provisorische Unterkunft für Flüchtlinge eingerichtet, die aus Rukban geflohen sind. Letztere stehen in ihrer neuen Unterbringungsstätte unter zweiwöchiger Quarantäne und werden medizinisch untersucht. Indes lässt die US-amerikanische Seite die Rukban-Insassen vorsätzlich nicht aus dem Lager – mit der Begründung, sie könnten nirgendwo hingehen.

    Mhammad ist nicht der einzige, der aus dem Lager fliehen konnte. Für eine geglückte Flucht müssten 30.000 bis 100.000 syrische Pfund an die Militanten gezahlt werden, hieß es.

    Ein weiterer ehemaliger Campbewohner, Mhammad Hayad, erzählte: „Ich geriet zufällig dorthin. Ich wurde auf einem Feldweg gefasst. Ich war Schafzüchter. Die Militanten mussten vor ihrer Obrigkeit über die Anzahl der Gefangnen Rechenschaft ablegen. Sie bezeichneten uns als Flüchtlinge, denen sie angeblich geholfen hätten. Wir waren aber faktisch eine Art Bauernopfer. Wer nicht zahlen konnte, war Folter ausgesetzt. Im Lager gab es auch Hinrichtungen.“Das Lager Rukban entstand 2014 an der syrisch-jordanischen Grenze, nachdem Amman seine Grenze aus Sicherheitsgründen geschlossen hatte. Das anliegende Gebiet wird von illegalen bewaffneten Formationen kontrolliert. Das Lager liegt in einer 55-Kilometer-Zone, die vom US-Militärstützpunkt im Raum des Ortes Et-Tanf am Grenzdreieck zwischen Syrien, dem Irak und Jordanien überwacht wird. Dank der Bemühungen von Moskau und Damaskus wurde die Situation im Lager 2019 über den toten Punkt hinweggebracht: Aus Rukban wurden mehr als 19.000 Flüchtlinge herausgeholt. Doch die regionalen UN-Strukturen zögern unter verschiedenen Vorwänden die Umsetzung des Planes zur Evakuierung der in Rukban verbleibenden Flüchtlinge hinaus. Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow im Februar sagte, nutzen die USA das Flüchtlingslager als Vorwand für ihre weitere rechtswidrige Präsenz in Syrien. 

    ls/sb

     

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    Tags:
    USA, Syrien