12:15 06 Juli 2020
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    Militärische Formationen der radikalen Taliban-Bewegung sind laut ihrem Sprecher, Sabihullah Mudschahid, zu Vergeltungsmaßnahmen gegen afghanische Sicherheitskräfte bereit. Dies geht aus seiner Erklärung hervor.

    Zuvor hatte der Präsident Ashraf Ghani nach zwei Terroranschlägen in Afghanistan allen Sicherheitskräften des Landes befohlen, zu einer „offensiven“ Form des Kampfes gegen die Taliban überzugehen, berichtete der TV-Sender „Tolo News“.

    „Von nun an wird die Verantwortung für die weitere Eskalation der Gewalt und ihre Folgen vollständig auf den Schultern der Regierung von Kabul liegen, da das Islamische Emirat für jede Situation gerüstet ist. Die Streitkräfte des Islamischen Emirats sind voll und ganz bereit, allen feindlichen Bewegungen und Angriffen standzuhalten und ihre Bevölkerung und Fronten zuverlässig zu schützen“, heißt es in Mudschahids Erklärung.

    Er fügte hinzu, dass die Taliban die Angriffe in Kabul und der Provinz Nangarhar, die am Vortag von Terroristen des IS* begangen wurden, scharf verurteilten, und erinnerte daran, dass die Taliban viele Operationen gegen den IS * durchgeführt hätten.

    „Wir sind unserem Ziel verpflichtet und unternehmen Schritte im Einklang mit dem Abkommen, aber leider konnte die Gegenseite (die afghanische Regierung – Anm. d. Red.) ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Die Gefangenen müssten freigelassen werden, und die innerafghanischen Verhandlungen müssten beginnen, vielleicht würde sich die Situation stark ändern“, fügte er hinzu.

    Terroranschläge

    Am Dienstag erfolgten in Afghanistan zwei Terroranschläge, bei denen Dutzende Menschen getötet wurden. Ein Selbstmordattentäter verübte am Eingang eines Krankenhauses in der afghanischen Hauptstadt Kabul einen Sprengstoffanschlag, woraufhin Militante in das Krankenhausgebäude eindrangen. Nur ein Teil des medizinischen Personals schaffte es, das Gebäude zu verlassen. Die Zahl der Todesopfer infolge des Angriffs auf das Krankenhaus in Kabul betrug mindestens 13, 15 weitere Menschen wurden verletzt.

    Außer dem Angriff auf das Krankenhaus kam es bei der Beerdigung des Polizeichefs eines der Bezirke der Provinz Nangarhar zu einem Terroranschlag. Der Sprecher des Provinzgouverneurs, Atoll Hogiyani, teilte mit, dass bei der Explosion 24 Menschen getötet und 68 verletzt worden seien. Er erklärte zudem, dass der Sprengsatz von einem Selbstmordattentäter zur Detonation gebracht worden sei. Nach Angaben der Agentur France-Presse soll die Terrorvereinigung „IS“* die Verantwortung für den Angriff übernommen haben.

    Friedensabkommen

    Ende Februar unterzeichneten die Vereinigten Staaten und die Taliban bei einer Zeremonie in Katar das erste Friedensabkommen seit mehr als 18 Jahren Krieg, das den Abzug ausländischer Truppen aus Afghanistan in 14 Monaten und den Beginn eines innerafghanischen Dialogs im März nach einem Gefangenenaustausch vorsieht.

    *Terrorvereinigung, in Russland und Deutschland verboten

    ek/mt/sna

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    Tags:
    Gefangenenaustausch, Friedensabkommen, Offensive, Vergeltungsmaßnahmen, Taliban, Afghanistan