19:08 03 Juli 2020
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    Der venezolanische UN-Botschafter Samuel Moncada hat den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aufgefordert, eine dringende Diskussion zum jüngsten Interventionsversuch in Venezuela durchzuführen und diesen als einen Aggressionsakt seitens Kolumbiens und der USA einzustufen.

    Die venezolanischen Behörden hatten am 3. Mai mitgeteilt, dass im Norden des Landes das Eindringen kolumbianischer Militanter auf See verhindert worden sei. Acht der Angreifer seien getötet worden. Präsident Maduro erklärte, dass das Ziel der Invasion seine Ermordung gewesen sei und dass unter den Angreifern zwei Mitarbeiter der Leibwache des US-Präsidenten gewesen seien. Die USA und Kolumbien bestreiten jede Verstrickung.

    „Ich möchte Sie als Vorsitzenden des UN-Sicherheitsrates respektvoll bitten, dass dieses Gremium dringend Diskussionen durchführt, die notwendig sein könnten, um: a) anzuerkennen, dass die Aggression gegen Venezuela, die von den Regierungen Bogota und Washington am 3. und 4. Mai 2020 durchgeführt wurde, ein bewaffneter Angriff war und den Frieden und die Sicherheit unseres Volkes und Landes gefährdete; b) eine klare Erklärung abzugeben, in der jede Anwendung oder Androhung von Gewalt gegen Venezuela verurteilt und verboten wird“, so Moncada in seinem Schreiben an den Vorsitzenden des UN-Sicherheitsrats, das der Agentur RIA Novosti als Kopie vorliegt.

    Darin heißt es, dass die „festgenommenen amerikanischen Söldner und Terroristen“ eingestanden hätten, dass sie unter anderem Präsident Maduro töten, zwei wichtige Flughäfen Venezuelas unter ihre Kontrolle bringen und die Landung fremder Flugzeuge ermöglichen sollten. Die Angreifer hätten auch angegeben, dass sie in Kolumbien ausgebildet worden seien und von dort aus die Aggression gestartet hätten.

    Wie Moncada weiter schreibt, hatte ein Vertrauter des venezolanischen Oppositionschefs und des selbsternannten Präsidenten Juan Guaidó im Oktober 2019 einen Vertrag mit dem US-Amerikaner Jordan Goudreau geschlossen, der „Mitarbeiter der Leibwache von US-Präsident Donald Trump und Chef der privaten Sicherheitsfirma Silvercorp USA“ sei.

    Goudreau sei darin beauftragt worden, die Söldner auszubilden und ihre Invasion in Venezuela zu bewerkstelligen. Das Ziel sei es gewesen, das Regime in Venezuela zu wechseln, Präsident Maduro zu „neutralisieren“ und Guaidó die Machtübernahme zu ermöglichen. Dafür sollte Silvercorp USA nach Angaben der venezolanischen Regierung von Guaidós Lager 212.900.000 US-Dollar bekommen, die von den in den USA gesperrten Konten Venezuelas stammen sollten.

    Venezuela wolle wegen der Aggression die zuständigen internationalen Gerichte anrufen, so Moncada.  

    Sowohl Kolumbien als auch die USA unterstützen den venezolanischen Oppositionsführer Juan Guaidó, der den gewählten Präsidenten Nicolás Maduro entmachten will. Guaidó hatte sich Anfangt 2019 zum Interimspräsidenten erklärt, nachdem Massenproteste gegen Maduro das Land erschüttert hatten. Die USA und europäische Länder erkannten Guaidó als neuen Staatschef an, Präsident Maduro sprach von einem aus Washington inszenierten Putschversuch. In Venezuela kann sich Guaidó bisher aber nicht durchsetzen. Auch international stehen mehrere Staaten, darunter Russland und China, weiter zu Präsident Maduro.

    leo/ae

     

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    Tags:
    Aggressionsakt, Aggression, UN-Sicherheitsrat, Invasion, Intervention, Juan Guaidó, Juan Guaido, Nicolas Maduro, Venezuela