15:12 07 Juli 2020
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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Versuche verurteilt, eigennützige Interessen bei der Entwicklung des Impfstoffs gegen Covid-19 zu verfolgen.

    „Es gibt ein bestimmtes Prestige-Wettrennen darum, wer als erster kommt; es gibt bereits Erscheinungen des nationalen Egoismus, wenn es zu einem – nicht immer anständigen – Wettbewerb kommt, einem Wettbewerb darum, wer der erste Besitzer eines Impfstoffs sein wird“, äußerte er in einem Interview mit der Medienholding RBK.

    In diesem Zusammenhang verwies der Minister auf die Situation um den französischen Pharmakonzern Sanofi, der an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus arbeitet. Kürzlich hatte der Vorstandsvorsitzende des Pharma-Riesen, Paul Hudson, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg erklärt, die US-Regierung werde bei der Vorbestellung der Impfungen Vorrang haben, denn sie habe in die Entwicklung des Impfstoffes investiert.

    Nachdem das Interview für Irritationen gesorgt hatte, musste das französische Unternehmen versichern, allen einen künftigen Impfstoff gegen Covid-19 anzubieten. Hudson habe klargestellt: Der Impfstoff werde allen Bürgern zur Verfügung gestellt werden, unabhängig von ihrer Nationalität.

    Corona-Impfstoff soll zu Allgemeingut gehören

    Es gebe jedoch Kräfte, die eine andere Vorgehensweise an den Tag legten, so Lawrow:

    „Auf der anderen Seite gibt es Vorschläge, sowohl aus Frankreich als auch aus Europa, die wir auch teilen, dass jedes positive Ergebnis bei der Schaffung des Impfstoffs sofort zum Allgemeingut werden und der Impfstoff für alle zugänglich sein sollte“.

    Eine derartige Vorgehensweise würde von „gesundem Menschenverstand“ zeugen, „ohne Geopolitik, ohne eigennützige Bestrebungen, ohne Versuche, aus dieser tragischen Situation geopolitischen Nutzen zu ziehen“, fuhr Lawrow fort.

    „Ich würde mich derzeit darauf konzentrieren, Experten zu helfen, Fachleuten bei der Entwicklung eines Gegenmittels zu helfen, anstatt zu versuchen, hier irgendwelche geopolitische Wahl- oder auch andere Vorteile zu bekommen“.

    „Die Situation ist ja beispiellos“

    Die Vermutungen, dass China Informationen über das Covid-10- Infektionsgeschehen von anderen Ländern und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verheimlicht haben könnte, wies der russische Außenminister entschieden zurück:

    „Jedenfalls ist es inkorrekt, zu sagen, die Chinesen hätten vor der WHO dichtgemacht, oder dass die WHO nicht im Bilde gewesen sei, oder zwar im Bilde gewesen sei, jedoch irgendwelche Informationen verschwiegen habe. Selbstverständlich hat niemand erwartet, dass sich die Situation so entwickeln und die Epidemie ein solches Ausmaß annehmen würde. Und die Situation ist ja auch beispiellos“, betonte er.

    US-Vorwürfe gegen China

    Seit dem Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit in Wuhan Ende Dezember 2019 waren in den Medien und im Internet immer wieder Vermutungen aufgetaucht, wonach das neuartige Coronavirus angeblich in einem Labor des lokalen Instituts für Virologie gezüchtet worden und „ausgetreten“ sei. Diese Vorwürfe wies das Institut bereits im Januar in einem offenen Brief als „falsche Gerüchte“ entschieden zurück. Das Gewissen seiner Mitarbeiter sei „absolut rein“, hieß es.

    Die US-Behörden, darunter Präsident Trump, warfen China regelmäßig seine angebliche Unfähigkeit vor, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sowie die mutmaßliche Verschleierung von Fakten und eine verspätete Reaktion. Die chinesischen Behörden haben mehrmals verkünden lassen, sie hätten von Anfang an eine offene und verantwortungsvolle Haltung bezüglich der Veröffentlichung von Daten über die Coronavirus-Epidemie an den Tag gelegt.

    WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan sagte, die WHO habe keine Informationen von den Vereinigten Staaten über die angeblich künstliche Abstammung von Covid-19 erhalten und glaube weiterhin, dass das Virus tierischen Ursprungs sei.

    asch/ae

     

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    Tags:
    Frankreich, USA, Sergej Lawrow, Russland, Impfstoff, Covid-19, Coronavirus