08:28 09 Juli 2020
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    Der kolumbianische Verteidigungsminister Carlos Holmes Trujillo hat den Vorwurf des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro zurückgewiesen, dass sein Land in die gescheiterte Umsturzaktion in Caracas verwickelt gewesen sei. Dabei räumte Trujillo ein, dass die Regierung in Bogota einen Wandel im Nachbarland anstrebe.

    Die Behörden in Venezuela wollen Anfang Mai eine Invasion von Söldnern aus Kolumbien abgewehrt haben, die einen Umsturz geplant haben sollen.

    „Das ist eine absolute Lüge“, kommentierte Trujillo, der zuvor Kolumbiens Außenminister war, in einem Gespräch mit dem Radiosender RCN. „Die Haltung Kolumbiens zu Venezuela ist völlig klar, ich habe sie als Außenminister auf allen internationalen Foren erläutert.“

    Trujillo erklärte, dass Kolumbien in seinen politischen und diplomatischen Beziehungen zu anderen Ländern auf alle verfügbaren institutionellen Mechanismen zurückgreife, um Voraussetzungen für einen Wandel in Venezuela zu schaffen.

    Diese Position sei auch aus Stellungnahmen von Präsident Iván Duque zu entnehmen.

    Die venezolanischen Behörden hatten am 3. Mai mitgeteilt, dass im Norden des Landes das Eindringen kolumbianischer Militanter auf See verhindert worden sei. Angreifer hätten die venezolanische Küste mit Schnellboten erreicht, wo sie von Streitkräften abgefangen worden seien. Acht der Angreifer, die laut Venezuela in Kolumbien ausgebildet worden waren, seien getötet worden.

    Venezuelas Präsident Maduro erklärte, das Ziel der Invasion sei seine Ermordung gewesen, zudem seien unter den Angreifern zwei Mitarbeiter der Leibwache des US-Präsidenten gewesen. Die USA bestreiten ebenso wie Kolumbien jede Verstrickung.

    In dieser Woche erklärte Maduro, ihm lägen Hinweise darauf vor, dass in Kolumbien mit Wissen von Staatschef Iván Duque neue Söldnertruppen für einen Angriff auf sein Land gebildet würden.

    Am Donnerstag hatte Maduros Vize Vladimir Padrino Lopez über die Festnahme von 39 Deserteuren der venezolanischen Armee berichtet, die versucht haben sollen, illegal aus Kolumbien ins Land zu kommen. Padrino Lopez mutmaßte, dass die Männer der privaten Sicherheitsfirma  Silvercorp angehören könnten, die laut der venezolanischen Regierung  hinter der gescheiterten Invasion steckt.

    Kolumbien und die USA unterstützen den venezolanischen Oppositionsführer, Juan Guaidó, der den gewählten Präsidenten, Nicolás Maduro, entmachten will. Guaidó hatte sich Anfang 2019 zum Interimspräsidenten erklärt, nachdem Massenproteste gegen Maduro das Land erschüttert hatten. Nach Informationen der venezolanischen Regierung hatte Guaidós Lager für knapp 213 Millionen US-Dollar die private Sicherheitsfirma Silvercorp beauftragt, Söldner nach Venezuela zu schicken, um Präsident Maduro umzubringen und Guaidó die Machtübernahme zu ermöglichen.
    leo/ae

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    Tags:
    Söldner, Venezuela, Kolumbien