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    Die Umweltbewegung „Fridays For Future“ rühmt sich ihrer basisdemokratischen Selbstorganisation, ohne eigene Rechtsform wie etwa einen Verein. Doch diese moderne Anarchie könnte ihr nun wieder einmal Schwierigkeiten bereiten und sie ihre Internetseite kosten. Der Rechtsstreit wirft erneut ein Licht auf intransparente Strukturen der Bewegung.

    Über die seltsam intransparenten Strukturen der Bewegung „Fridays For Future“ haben sowohl Sputnik Deutschland als auch andere Medien bereits ausführlich berichtet. Erst der Druck multimedialer Recherche zwang Sprecher der Bewegung, scheibchenweise einzuräumen, dass FFF, wie sich die Bewegung gerne auch selbst abkürzt, so unabhängig wie sie immer vorgab, keinesfalls ist, sondern das der Club of Rome ganz wesentlich am Zustandekommen und dem ideologischen Grundgerüst mitgewirkt hat und Organisationen wie der BUND oder Greenpeace Hilfestellung für die durchaus bemerkenswerte Kampagnenfähigkeit geleistet haben. 

    Auch die bemerkenswerten Details über die Installierung der Ikone der Bewegung, Greta Thunberg, mit Hilfe von PR-Profis, die sich bis heute in sehr geschäftstüchtigem Verhalten des familiären und professionellen Umfeldes der inzwischen fast erwachsenen Schwedin zeigen, sind Gegenstand von Berichterstattung sowohl hier bei Sputnik Deutschland als auch in anderen Medien gewesen und haben das Saubermann-Image der „FFF“ angekratzt. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass auch die deutschen Gesichter der Bewegung ein paar wesentliche Details wie etwa die Finanzen alles andere als transparent gehandhabt hatten und auch in dem Fall auf entsprechende Berichterstattung regelmäßig wie Kinder reagierten, die man beim Naschen in Omas Marmeladenvorrat erwischt hatte. 

    Berliner Jurist meldete Verein an und erwirkte Einstweilige Verfügung gegen Fridays for Future

    Nun könnte die Vorliebe der FFF-Bewegung für semi-anarchische Organisationsformen und Kommunikation zu einer unliebsamen Überraschung für die Aktivisten führen. Denn im März hat ein Berliner Jurist, der nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ seine Zulassung als Rechtsanwalt wieder zurückgegeben hat, weil er nach eigener Aussage lieber noch einmal studieren möchte, den Verein „Fridays for Future e.V.“ gegründet. Nicht nur die Richterin am Landgericht in Wiesbaden war mehr als einmal verwirrt, wer denn nun eigentlich als vertretungsberechtigter Repräsentant von Fridays for Future in Deutschland auftreten könne.

    Der erwähnte Anwalt hatte nach der Vereinsgründung, der er zwischenzeitlich noch eine weitere Vereinsgründung und eine Mini-Firmen-Gründung nachschob, alle auf den Namen der Fridays-for-Future-Bewegung, den Domain-Verwalter von „fridaysforfuture.de“ auf Herausgabe der Domain und aller damit verbundenen Email-Adressen mit einer Einstweiligen Verfügung verklagt. Das Landgericht Wiesbaden hatte diesem Begehren stattgegeben. Zum Entsetzen der FFF-Aktivisten, die selbstredend sofort in Widerspruch gingen.

    Denn die Internetseite ist sozusagen der Dreh- und Angelpunkt, Nachrichtenzentrale und Logistikzentrum der FFF-Bewegung. Entsprechend genervt reagierten die Aktivisten und warfen dem Berliner Juristen im Gerichtssaal Bereicherungsabsicht vor. Eine interessante Prozessstrategie, hatte doch selbst die Richterin deutlich zu erkennen gegeben, dass sie nicht nachvollziehen könne, warum eine Bewegung wie die FFF ihre finanziellen Angelegenheiten über ein Gruppenkonto regeln müsse, das dem Verein „Fairsichern“ gehört, der wiederum der Genossenschaftsbank GLS zugeordnet wird. Über dieses Konto werden die Spenden an FFF abgewickelt.

    Wir erinnern uns, die Informationen über ihre finanziellen Aspekte mussten der FFF regelrecht aus der Nase gezogen werden. Rechtlich gesehen gehört die Internetseite einer Privatperson, weil es an der Rechtsform der Bewegung fehlt. Eigentlich eine genauso haarsträubende Sache wie die Gruppenkontolösung. Selbst die FFF-Ikone Greta Thunberg oder vielleicht muss man fairerweise sagen ihr Umfeld denken da sehr viel pragmatischer.

    Greta Thunbergs Umfeld dachte auch schon früh an die Sicherung von Markenrechten

    Bekanntlich hat der PR-Profi und Finanzspekulant Ingmar Rentzhog die Internetadresse und eine Firma, die nach dem Slogan „We don’t have time“ benannt sind, mit dem sich Thunberg angeblich vollkommen spontan und ungesteuert im August 2018 vor das schwedische Parlament gesetzt haben will und damit die globale Fridays for Future Bewegung auslöste, lange vor dem August 2018 angemeldet, nämlich 2016 und 2017. Und die Eltern von Thunberg mussten zugeben, dass sie Rentzhog schon lange kennen.

    2019 gründete Greta Thunberg eine Stiftung, mit ihrem und dem Namen ihrer Schwester. Diese Stiftung meldete kurz vor Weihnachten 2019 beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (Euipo) die Marke „Fridays for Future“ an. Weil die Widerspruchsfrist, Ende April, ohne Einsprüche abgelaufen ist, hat nun Greta Thunberg das wirtschaftliche Verwertungsrecht für diese Marke. Ob die Aktivisten im Wiesbadener Gerichtssaal davon wussten, ist unbekannt. Die Sympathisanten und Unterstützer von FFF werden über solche Fakten auf „fridaysforfuture.de“ selbstredend nicht informiert. 

    Das Landgericht Wiesbaden hat den Antrag des Berliner Juristen am Ende dann doch abgewiesen, aber man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das letzte Wort eines Gerichtes dazu noch nicht gesprochen ist. Denn derzeit hat der Berliner Jurist keine schlechten Karten, sich doch den Zugriff auf die Internetseite des deutschen Ablegers von Fridays for Future zu sichern. Interessanterweise hat er sich außerdem auch eine Firma gleichen Namens in Großbritannien angemeldet.

    Ein Antrag der deutschen FFF-Aktivisten, ihren berühmten Namen beim deutschen Patent- und Markenamt anzumelden, scheiterte zwischenzeitlich.  

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    Tags:
    Internetseite, Greta Thunberg, Fridays For Future, Schweden, Deutschland