08:18 01 Dezember 2020
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    Der tschechische Innenminister Jan Hamáček hat in Bezug auf die Vergiftungsvorwürfe gegen Russland das Fehlen von Beweisen eingeräumt. Laut Hamáček können die Ermittler zum jetzigen Zeitpunkt nichts Handfestes vorweisen.

    Der Innenminister äußerte sich zu dem Fall des russischen Diplomaten, der laut tschechischen Medien zwei Prager Kommunalpolitiker vergiften wollte. 

    „Sie können einen Diplomaten nur in dem Fall ausweisen, wenn handfeste Beweise dafür vorliegen, dass hier etwas vor sich geht. Momentan sieht es leider danach aus, dass die Polizei und Behörden wahrscheinlich keine Beweise vorbringen können“, sagte der Politiker in einer tschechischen Fernsehsendung.

    Hamáček fügte hinzu, dass ein russicher Diplomat, der mit diesem Fall in Verbindung gebracht wird, bislang keinen Personenschutz (eine Forderung des russischen Außenministeriums - Anm. d. Red.) erhalten habe, aber das dies im Gespräch sei. Für die Sicherheitsbehörden sei die Aufklärung dieses Falls durch die Veröffentlichungen der Medien erschwert worden. Der dafür Verantwortliche müsse  belangt werden, so der Innenminister.

    Vergiftungsvorwürfe gegen Russland 

    Ende April hatte die Prager Wochenschrift „Respekt“ mit Verweis auf Quellen im Geheimdienst berichtet, dass ein Mann mit russischem Diplomatenpass vor drei Wochen nach Prag gekommen sei und in seinem Koffer das tödliche Pflanzengift Rizin mitgeführt habe.

    Das Gift sei für Ondřej Kolář (Bürgermeister des Sechsten Prager Stadtbezirks) und für Oberbürgermeister Zdeněk Hřib bestimmt gewesen, hieß es weiter. Die beiden hatten die Demontage des Denkmals für den sowjetischen Marschall Iwan Konew und die Umbenennung des Platzes vor der russischen Botschaft in Prag in Boris-Nemzow-Platz initiiert.

    In den darauffolgenden Wochen spekulierten die Medien über den mutmaßlichen Täter und nannten dabei Namen. Als ein russischer Diplomat in Tschechien daraufhin Morddrohungen erhalten hatte, forderte Russlands Außenminister Sergej Lawrow Prag dazu auf, dem Mann polizeilichen Schutz zu gewährleisten.

    Die russische Botschaft in Prag hat in einer Protestnote an das tschechische Außenamt darauf hingewiesen, dass unbegründete Attacken auf Russland und seine diplomatische Vertretung in Prag unzulässig seien. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die tschechischen Medienberichte als „Zeitungsente“. Sprecherin Maria Sacharowa stufte diese Medienberichte als Fake-News ein, die die bilateralen Beziehungen vergiften würden. 

    mka/gs/sna

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    Tags:
    Diplomat, Vorwürfe, Russland, Tschechien