18:08 25 November 2020
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    Die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg stellt Betrugsversuche im Zusammenhang mit Anträgen auf Kurzarbeit während der Corona-Pandemie fest. „Es kommt vor, ist aber kein Massenphänomen“, sagte BA-Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach in einem Interview der „Zeit“.

    Ein typischer Fall sei, dass Kleinunternehmer noch kurz vor der Antragstellung Familienangehörige teils zu überhöhten Gehältern anstellten. In anderen Fällen arbeiteten Kurzarbeiter mehr Stunden als offiziell gemeldet, sagte er.

    Extra Prüfung nach Endabrechnung

    Die Bundesagentur bearbeite die Anträge zunächst sehr rasch. Allerdings werde es bei der Endabrechnung eine genauere Prüfung geben.

    „Wenn in einem Betrieb die Kurzarbeit endet, machen wir die Schlussabrechnung. Da schauen wir dann sehr genau hin. Wir lassen uns die Stundenzettel einzelner Mitarbeiter vorlegen, prüfen Urlaubslisten und Lohnabrechnungen. Das machen wir stichprobenartig und bei Verdachtsfällen“, sagte Terzenbach dem Blatt.

    Agentur stellt Ermittlungsverfahren in Aussicht

    Die Bundesagentur sei nicht naiv und habe einen langen Atem. In der Finanzkrise 2009, als die bisher meisten Kurzarbeiter in Deutschland registriert worden waren, seien 1,4 Prozent der Fälle wegen Betrugsverdachts an die Ermittlungsbehörden weitergereicht worden.

    Damals wurden in der Spitze 1,44 Millionen Kurzarbeiter gezählt. In der Corona-Pandemie rechnet die Bundesagentur mit bis zu acht Millionen Kurzarbeitern, Anmeldungen liegen sogar für weit mehr als zehn Millionen vor, hieß es.

    am/dpa

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    Tags:
    Warnung, Betrug, Prüfung, Anträge, Kurzarbeit, Bundesagentur für Arbeit, Deutschland