11:20 06 Juli 2020
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    Nach Angaben eines iranischen Abgeordneten soll der Iran in den vergangenen neun Jahren dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad eine milliardenstarke Finanzunterstützung geleistet haben. Dies meldete das Nachrichtenportal Etemad-Online am Mittwoch.

    „Wir haben Syrien vermutlich zwischen 20 bis 30 Milliarden Dollar (18 bis 27 Milliarden Euro) gegeben. Das Geld des Volkes wurde dann dort investiert“, sagte der wegen seiner kontroversen Äußerungen bekannte iranische Abgeordnete Heschmatollah Fallahatpischeh gegenüber dem Portal. Seines Erachtens sollte sich der Iran dieses Geld zurückholen.

    Der Iran soll nach eigenen Angaben Berater in das Land geschickt haben, in dem ein Bürgerkrieg geführt wird, und dies auf Wunsch der syrischen Regierung. Das Ziel war, zusammen mit der syrischen Armee und Russland die sunnitischen Terrorkämpfer des „Islamischen Staates“ („IS“)* zu bekämpfen. Teherans Unterstützung ist zwar ein offenes Geheimnis, doch um eine finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe ist es noch nie gegangen, und der Abgeordnete gab zum ersten Mal eine deutliche Größenordnung bekannt. Seine Aussagen wurden noch nicht vom Präsidialamt und dem Außenministerium des Irans kommentiert. Fallahatpischeh hat am Mittwoch seinen letzten Arbeitstag und wird nicht am neuen Parlament beteiligt sein, das seine Arbeit Ende Mai aufnehmen wird.

    Der Iran ist – so wie Russland – Assads bedeutsamster Verbündeter. Viele Jahre hat Teheran seinen Militäreinfluss gehegt und gepflegt und eine „Brücke“ über den Irak und Syrien bis zum Libanon gebaut. Teheran will für Syrien eine innersyrische Lösung des Konflikts ohne jegliche Einmischung anderer Staaten. Teheran meldet zudem, es sei bereit, Syrien unverzüglich zu verlassen, sobald der Iran im Lande nicht mehr benötigt werde.

    Irans Hilfen für arabische Regierungen und Bewegungen in Syrien, im Jemen, in Palästina oder Libanon werden im Land selbst immer aktiver einer Kritik unterworfen. Die Demonstranten auf den Straßen verurteilen auch solche Unterstützung. Viele Iraner appellieren an die Regierung, das Geld im eigenen Land, für eigene Bedürfnisse und nicht für die Araber einzusetzen.

    *Terrorvereinigung, in Russland und Deutschland verboten

    ek/mt/dpa

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    Tags:
    Finanzhilfen, Abgeordneter, Libanon, Syrien, Iran