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    Die Nationale Einheitsregierung Libyens hat die von Marschall Chalifa Haftar, dem Befehlshaber der Libyschen Nationalarmee, angekündigte Waffenruhe abgelehnt. Sie betrachtet sie als Versuch Haftars, neue Niederlagen zu vermeiden. Dies sagte der Sprecher der Einheitsregierung in Tripolis, Mohammed al-Kablaui, gegenüber RIA Novosti.

    Zuvor hatte die Libysche Nationalarmee bekanntgegeben, die Kampfhandlungen für den Ramadan-Monat auszusetzen. Die Regierung in Tripolis stellte die Kämpfe nicht ein und brachte die Luftwaffenbasis Al-Watia und die Städte Badr und Tiji im Westen Libyens unter ihre Kontrolle.

    „Die Einheitsregierung (in Tripolis – Anm. d. Red.) hat zuvor ihre Position hinsichtlich der Waffenruhe dargelegt und diese vollständig abgelehnt, weil es sich dabei um den Versuch handelt, Zeit zu gewinnen und Haftar und seine Formationen vor immer neuen Niederlagen zu retten“, so Al-Kablaui.

    Der Sprecher fügte hinzu, dass die Nationale Einheitsregierung in ständigem Kontakt zu Russland stehe. Es gebe reguläre Kontakte zwischen dem Außenminister der Nationalen Einheitsregierung, Mohammed at-Taher Siala, und dem Nahost-Beauftragten des russischen Präsidenten, Michail Bogdanow.

    „Die russische Regierung weiß nur zu gut, dass Haftar es war, der die Waffenruhe und die Einstellung der Aggression abgelehnt hatte, als der Chef des Präsidialrates (Nationale Einheitsregierung – Anm. d. Red.), Fajis Sarradsch, in Moskau mit russisch-türkischer Unterstützung ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnete."

    Im Januar hatten in Moskau innerlibysche Verhandlungen unter Teilnahme von Vertretern Russlands und der Türkei stattgefunden. Haftar verließ Moskau, ohne das Waffenstillstandsabkommen mit der Regierung von Fajis Sarradsch unterzeichnet zu haben. Die Delegation der Nationalen Einheitsregierung signierte das Dokument und reiste nach Istanbul weiter.

    Seit dem von der Nato unterstützten Sturz des langjährigen Staatschefs Muammar al-Gaddafi vor neun Jahren steckt Libyen im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt. Die von der UN anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch in Tripolis kontrolliert den Westen des nordafrikanischen Landes und befindet sich in einer Dauerauseinandersetzung mit der Libyschen Nationalarmee von Chalifa Haftar. Diese kooperiert mit dem vom Volk gewählten Abgeordnetenrat, der im Osten Libyens das Sagen hat. Haftar versucht seit April 2019, die Macht in Tripolis zu ergreifen.

    ls/sb

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    Tags:
    Michail Bogdanow, RIA Novosti, Libysche Nationalarmee, Muammar al-Gaddafi, Fajis al-Sarradsch, Chalifa Haftar, Libyen