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    Die US-Administration soll die Durchführung des ersten Atomtests seit 1992 in Erwägung gezogen haben. Dies berichtet die Zeitung „Washington Post“ unter Berufung auf mit der Situation vertraute Quellen.

    Der Zeitung zufolge wurde dieses Thema am 15. Mai bei einem Treffen hochrangiger Vertreter der nationalen Sicherheitsbehörden behandelt. Der Grund für die Diskussion waren die Vorwürfe der US-Regierung gegen Russland und China, angeblich Atomwaffen geringer Sprengkraft getestet zu haben.

    Laut einer Quelle der Zeitung in der US-Administration kann sich die Durchführung eines Atomtests mit Blick auf Verhandlungen über die Nukleararsenale – bei denen Washington ein trilaterales (mit China und Russland – Anm.d.Red.) Abkommen anstrebe – als nützlich erweisen.

    Das Treffen endete jedoch ohne Entscheidung, schreibt die „Washington Post“.

    Atomkrieg (Archivbild)
    © Foto : U.S. Air Force photo by Frank Oliver
    Während des Treffens soll es zu ernsthaften Meinungsverschiedenheiten über die Idee, insbesondere seitens der Nationalen Verwaltung für Nukleare Sicherheit (NNSA), gekommen sein. Die NNSA, welche die Sicherheit des nationalen Atomwaffenvorrats gewährleistet, hat eine Anfrage nach einem Kommentar unbeantwortet gelassen. Auch der Nationale Sicherheitsrat soll einen Kommentar zu dieser Situation abgelehnt haben.

    Die Befürworter der Nichtverbreitung von Atomwaffen warnten, dass die Durchführung eines Atomtests erstmals seit 1992  jetzt destabilisierende Konsequenzen haben könnte.

    „Es wäre eine Einladung für andere atomar bewaffnete Länder, diesem Beispiel zu folgen“, sagte Daryl Kimball, Exekutivdirektor der US-Denkfabrik Arms Control Association (ACA) der Zeitung. „Es wäre der Startschuss für ein beispielloses nukleares Wettrüsten. Dies würde auch die Verhandlungen mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un behindern, der sich möglicherweise nicht mehr gezwungen fühlen wird, sein Moratorium für Atomtests einzuhalten“

    Kürzlich hatte der US-Präsidentschaftsgesandte für Rüstungskontrolle, Marshall Billingslea, gegenüber der „Washington Times“ Bedingungen für die Verlängerung des auslaufenden New-START-Vertrages genannt. Dazu zählen die Abrüstung einiger strategischer Waffensysteme auf russischer Seite sowie Chinas Teilnahme als dritter Verhandlungspartner.

    New-Start-Vertrag

    Der frühere US-Präsident Barack Obama und sein damaliger russischer Amtskollege Dmitri Medwedew hatten den Vertrag, der im Februar 2011 in Kraft trat, 2010 in Prag unterzeichnet. Der Vertrag war für zehn Jahre geschlossen worden.
    Der New-Start-Vertrag sieht vor, dass Russland und die USA ihre Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe verringern. „Start“ steht für die englische Bezeichnung „Strategic Arms Reduction Treaty“.
    Moskau und Washington hatten sich bereit erklärt, über eine Verlängerung zu sprechen. Bereits zuvor hatte Russland gemahnt, dass die Zeit für neue Verhandlungen knapp werde. Kremlchef Wladimir Putin warnt immer wieder vor der Gefahr eines Wettrüstens.

    sm/gs

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    Tags:
    Atomtest, USA