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    Die russische Botschaft in Washington hat das von den USA ausgeschriebene Forschungsprogramm kritisiert, das bei der Aufklärung der angeblichen russischen Desinformationen über das Coronavirus helfen soll.

    So soll das Außenministerium der Vereinigten Staaten einen Wettbewerb zur „Enthüllung russischer Desinformationen  im Bereich des Gesundheitswesens“ ausgeschrieben haben. Dafür stelle die USA Fördermittel in Höhe von 250.000 Dollar bereit, hieß es in einem Facebook-Post der russischen Botschaft in den USA.

    An dieser Stelle bedauerte die Botschaft, dass die USA angesichts der schwierigen globalen Situation, in der Tausende Menschen infolge der Pandemie ihr Leben gelassen hätten, ihre Kraft dafür aufwenden würden, um nach einem äußeren Feindbild zu suchen.

    „Diesem Feindbild wird schließlich – vollständig oder teilweise – die Schuld für die Versäumnisse der eigenen Regierung aufgebürdet“, hieß es. Zudem ignoriere Washington die Signale, welche von seinem eigenen Präsidenten ausgehen würden.

    In der Mitteilung wurde auf das Telefongespräch verwiesen, das der russische Präsident Wladimir Putin und sein amerikanischer Amtskollege Donald Trump vor zwei Wochen anlässlich des Endes des Zweiten Weltkrieges geführt hatten.

    Dabei hätten die Präsidenten die Wichtigkeit ihrer Zusammenarbeit bekräftigt, die im Zweiten Weltkrieg beide Völker vereint und den Sieg über ihren gemeinsamen Feind ermöglicht habe. Im Anschluss an das Gespräch hätten Russland und die USA Hilfslieferungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgetauscht.

    Im Hinblick auf die angestrebte Aufklärung bezog sich die Botschaft auf Berichte in den russischen Medien, die internationale Kritik auf sich gezogen hatten.

    „Man kann seine Hände vom Coronavirus reinwaschen – von der Russophobie jedoch nicht. Wir möchten eine rhetorische Frage stellen. Wäre es nicht nützlicher mit diesen 250.000 Dollar bedürftigen Ländern zu helfen und so Leben zu retten?“

    Desinformations-Vorwürfe gegen Russland

    Ende März hatte US-Außenminister Mike Pompeo Russland, China und den Iran beschuldigt, Falschinformationen über den Kampf der USA gegen die Epidemie verbreitet zu haben.

    Darüber hinaus erschienen in den westlichen Medien Berichte darüber, dass die russischen Behörden über die sozialen Netzwerke Verschwörungstheorien über die Entstehung des Virus verbreiten würden, das angeblich mit Hilfe der US-Geheimdienste entwickelt worden sei. Das russische Außenministerium bezeichnete diese Anschuldigungen als „bewusste Falschinformation“.

    Auch die EU-Kommission beschuldigte Moskau, Verschwörungstheorien und Desinformationen in der EU zu verbreiten. Laut dem EU-Kommissionssprecher Peter Stano zielt eine derartige Desinformation darauf ab, die Glaubwürdigkeit und Fähigkeit der EU und ihrer Mitgliedsländer hinsichtlich der Krisenbewältigung infrage zu stellen und das Vertrauen der EU-Bürger in die eigene Regierung  zu untergraben“.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte diesbezüglich erklärt, die Europäische Union habe bislang keine Bestätigung für Russlands angebliche „Desinformationen“ über die Coronavirus-Pandemie vorgelegt.

    Wie Lawrow betonte, braucht Moskau keine Beweise dafür, dass „westliche Kollegen zunehmend versuchen, einige Motive zu finden, die sie in ihrer Fabelei über die russische oder eine andere Bedrohung vereinen“.

    mka/gs/sna

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    Tags:
    Coronavirus, Russland, USA, Desinformation