19:16 28 Oktober 2020
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    Der US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, soll seinen Posten in naher Zukunft räumen, was den deutschen Politikern Hoffnung auf eine Annäherung der beiden Staaten gibt. Der so gut wie abgezogene Diplomat jedoch droht Deutschland mit einer weiteren klaren Ansage.

    Grenell bedankte sich am Sonntag auf Twitter bereits für mehrere Abschiedsgrüße. Sein Bedauern über Grenells Abgang äußerte der Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger.

    „Das ist überhaupt keine willkommene Nachricht, wenn es bedeutet, dass es in den nächsten 12 Monaten oder mehr keinen US-Botschafter in Berlin geben wird – US-Wahl, Bestätigungsprozess des Senats usw. – und das inmitten mehrerer transatlantischer Krisen?“, schrieb Ischinger auf seinem Twitter-Account.

    Doch offenbar werden nicht alle den US-Botschafter vermissen. Der US-Journalist Noah Barkin kommtentierte auf Twitter eine Reuters-Meldung zum Rücktritt Grenells mit den Worten: „Grenexit. Deutschland stößt einen kollektiven Seufzer der Erleichterung aus“.

    Darauf reagierte Grenell mit einem eigenen Tweet, der fast wie eine Drohung anmutet:

     „Sie machen einen großen Fehler, wenn Sie glauben, der amerikanische Druck sei weg. Sie kennen die Amerikaner nicht.“

    Grüne und Linke hoffen nach dem Ausscheiden von Grenell auf eine Verbesserung der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA.

    „Grenell ist seit längerem primär mit anderen Aufgaben beschäftigt, die seine Präsenz in Washington binden. So ist seine Demission folgerichtig“, sagte der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Montag). Linksfraktionschef Dietmar Bartsch äußerte: „Ein in Deutschland anwesender US-Botschafter, der auch Botschafter und nicht Politiker ist, könnte als Nachfolger von Grenell hilfreich sein.“

    Grenell räumt Posten in Berlin in kommenden Wochen

    Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA will Grenell nach seiner Ablösung als kommissarischer Geheimdienstkoordinator der US-Regierung am kommenden Dienstag auch seinen Posten als Botschafter in Berlin innerhalb der nächsten Wochen räumen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es aber zunächst nicht.

    Grenell gilt als extrem loyal zu US-Präsident Donald Trump und rühmt sich immer wieder seiner guten Verbindungen zum Weißen Haus. Seine Aufgabe sah er in seinen bisher zwei Jahren als Botschafter vor allem darin, die Politik Trumps in Deutschland und Europa offensiv zu vertreten. Dabei trat er wiederholt undiplomatisch auf und äußerte sich auch über die Angelegenheiten seines Gastlandes. Grenell selbst nennt das „aufrichtig sein“.

    sm/gs

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    Tags:
    Deutschland, US-Botschafter, Richard Grenell, Abschied, Drohung