13:45 09 Juli 2020
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    Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten aufheben, falls die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt.

    Aus dem Entwurf für ein Eckpunktepapier mit dem Titel „Kriterien zur Ermöglichung des innereuropäischen Tourismus“, der möglicherweise am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll und dpa vorliegt, geht hervor, dass neben den 26 Partnerländern Deutschlands in der EU das aus der Europäischen Union ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums dazugehören, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

    Die Aufhebung der Reisewarnung soll gerade rechtzeitig vor der Ferienzeit das Startsignal für grenzüberschreitenden Sommerurlaub in Europa geben.

    Man lasse sich dabei von dem Gedanken leiten, „dass die Wiederbelebung des Tourismus wichtig ist sowohl für Reisende und die deutsche Reisewirtschaft als auch für die wirtschaftliche Stabilität in den jeweiligen Zielländern“, heißt es in dem Entwurf aus dem Auswärtigen Amt.

    Die Reisewarnung soll durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden, die für jedes einzelne Land die Risiken aufzeigen sollen. Um einen möglichst guten Schutz der Touristen vor einer Corona-Infektion zu gewährleisten, will sich die Bundesregierung in der EU für eine Reihe gemeinsamer Kriterien einsetzen. Unter anderem schlägt sie die Übernahme der Obergrenze von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen durch die anderen europäischen Länder vor. In Deutschland führt eine Überschreitung dieser Grenze zu einer Wiedereinführung von bereits abgeschafften Anti-Corona-Maßnahmen.

    Weltweite Reisewarnung

    Bundesaußenminister Heiko Maas hatte die weltweite Reisewarnung am 17. März ausgesprochen.

    „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland wird derzeit gewarnt. Sie müssen mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im Reiseverkehr, mit Quarantänemaßnahmen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens rechnen“, hieß es auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

    Bisher wurden Reisewarnungen nur bei einer Gefahr für Leib und Leben vor allem in Kriegsgebieten wie Syrien oder Afghanistan verhängt. In den vergangenen Wochen wurden mehr als 240.000 wegen gekappter Flug- und Fährverbindungen gestrandete Touristen in einer beispiellosen Aktion nach Deutschland zurückgeholt.

    Corona-Pandemie

    Im Dezember hatte Peking die Weltgesundheitsorganisation über den Ausbruch einer Lungenkrankheit mit unbekannter Ursache informiert. Fachleute ermittelten den Krankheitserreger. Die Pneumonie erhielt später die Bezeichnung COVID-19. Im März stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie ein. Inzwischen sind fast alle Länder der Welt betroffen.

    Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gibt es weltweit knapp 5,5 Millionen Corona-Fälle und über 346.000 Todesopfer.

    ak/sb/dpa

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    Europa, Urlaub, Coronavirus, Tourismus, Bundesregierung, Deutschland, Reisewarnung