22:46 06 Juli 2020
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    Die Tourismus-Wirtschaft kämpft mit den Auswirkungen der Corona-Krise. Die Bundesregierung will nun ab 15. Juni wieder touristische Reisen in ausgewählte Länder möglich machen. Dazu sind laut Medienberichten strenge Auflagen vorgesehen. Auch die Zielländer müssen danach bestimmte Vorgaben erfüllen.

    Urlaub ab 15. Juni ja, aber nur mit Distanz und Corona-Test – so sehen Pläne der Bundesregierung aus, über die unter anderem das Online-Magazin „Business Insider“ (BI) am Dienstag berichtet. Meldungen zufolge will die Regierung am 15. Juni die allgemeinen Reisewarnungen für Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU), Schengen-assoziierte Staaten und das Vereinigte Königreich aufheben.

    „Business Insider“ berichtet von einem vorläufigen Entwurf eines Eckpunktepapiers des Auswärtigen Amts mit Kriterien für die Regelung. Es müssten „alle notwendigen Vorkehrungen getroffen sein (…), um die Gesundheit der deutschen Bevölkerung, der Reisenden und der Einwohner der Zielländer bestmöglich zu schützen“, wird daraus zitiert.

    Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Laufe einer Woche wird dabei als Kriterium genannt. Sie soll laut BI nicht über 50 Infektionen liegen, um das Reisen zu ermöglichen. Außerdem werden „Maßnahmen zur physischen Distanzierung sowie zur Prävention und Eindämmung von Infektionen (Atemwegsetikette, Handhygiene, Masken, Belüftung, Desinfektion)“ genannt. Zu den Kriterien gehöre dem Magazin zufolge weiterhin festgelegte Verfahren bei auftretenden Corona-Fällen geben, ausreichende Testkapazitäten und Behandlungs- wie Quarantäne-Möglichkeiten für Einheimische und Touristen.

    Erst der Test, dann die Reise?

    Gastgewerbe, Hotels und andere Unterkünfte sollen dem Bericht nach Gesundheitsprotokolle führen. In Verkehrsmitteln der bereisten Länder sollen Hygienevorschriften wie Abstandsregeln zwischen Passagieren, das Tragen von Masken und Informationen in mehreren Sprachen beachtet werden, heißt es.

    BI macht auf einen aus dem Bundeswirtschaftsministerium stammenden Hinweis zum Entwurf aus dem Auswärtigen Amt. Danach sollen „vorübergehend aktuelle Nachweise über (Negativergebnisse von) Covid-19-Schnelltests für Reisende schon bei ihrer Ausreise aus dem Heimatland vorgesehen werden“, wird daraus zitiert. Das Magazin kommentiert: „Das könnte im Endeffekt bedeuten: Nur wer zuvor negativ getestet wird, kann in den Urlaub fahren oder fliegen.“

    Bisher gilt eine Warnung des Auswärtigen Amtes für „nicht notwendige, touristische Reisen“. Darin heißt es:

    „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland wird derzeit gewarnt, da weiterhin mit starken drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist. Dies gilt bis auf weiteres fort, vorerst bis einschließlich 14. Juni 2020.“

    Einreisebeschränkungen in vielen Ländern

    Das Auswärtige Amt weist daraufhin, dass einige Länder Einreisesperren oder Sonderkontrollen für bestimmte Personengruppen oder Flüge aus bestimmten Regionen erlassen haben. Davon seien teilweise auch Reisende aus Deutschland betroffen. Reisende sollen sich vor Reiseantritt bei der Botschaft oder dem Konsulat des Ziellandes in Deutschland informieren.

    Einen Überblick über die Regelungen in den einzelnen europäischen Ländern ist unter anderem auf der Webseite des Senders „Bayrischer Rundfunk“ (BR) zu finden. In zahlreichen Ländern sind bisher massive Einreisebeschränkungen gültig, wenn überhaupt eine Einreise aus begrenzten Gründen möglich ist.

    tg

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    Tags:
    Urlaub, Europäische Union, Deutschland, Tourismus, Coronavirus