09:23 26 November 2020
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    Die Libysche Nationalarmee (LNA) hat die Erklärungen von US-Militärs widerlegt, laut denen russische Kampfflugzeuge in Libyen gelandet seien. Am Dienstag hatte das US-Kommando für Afrika (AFRICOM) in einer Pressemitteilung behauptet, Moskau habe Fliegerkräfte nach Libyen verlegt, um die Armee von Marschall Chalifa Haftar zu unterstützen.

    „Wir finden solche Erklärungen über eine erhöhte Kampfbereitschaft der Armee und darüber, dass sich bei uns russische Flugzeuge verschiedener Typen befänden, seltsam. (…) Wir finden auch den Umstand seltsam, dass in solchen Mitteilungen die Einmischung und Expansion der Türkei in unserem Land und die Verlegung von Zehntausenden Söldnern aus der Türkei nicht erwähnt werden“, sagte der amtliche LNA-Sprecher Ahmed al-Mismari in einem Live-Interview für den TV-Sender Al-Arabiya.

    Der Sprecher hatte zuvor gegenüber RIA Novosti mitgeteilt, dass mutmaßlich bis zu 17.000 Söldner aus Syrien zur Teilnahme an den Kämpfen auf der Seite der Nationalen Einheitsregierung (mit Sitz in Tripolis) nach Libyen verlegt wurden.

    Lage in Libyen

    Seit dem von der Nato unterstützten Sturz des langjährigen Staatschefs Muammar al-Gaddafi vor neun Jahren steckt Libyen im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt. Die von der UN anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch in Tripolis kontrolliert den Westen des nordafrikanischen Landes und befindet sich in einer Dauerauseinandersetzung mit der Libyschen Nationalarmee von Chalifa Haftar. Diese kooperiert mit dem vom Volk gewählten Abgeordnetenrat, der im Osten Libyens das Sagen hat. Haftar versucht seit April 2019, die Macht in Tripolis zu ergreifen.

    Russland hat wiederholt Berichte über die Teilnahme am Libyen-Konflikt dementiert und die Behauptung, in Libyen hielten sich russische Söldner auf, als fadenscheinig zurückgewiesen. Moskau plädiert für eine friedliche Regelung der Situation in dem afrikanischen Land und steht in Kontakt zu den beiden sich bekämpfenden Seiten.

    ls/sb

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    Tags:
    Chalifa Haftar, AFRICOM, Ahmed al-Mismari, Muammar al-Gaddafi, RIA Novosti, Libysche Nationalarmee LNA, Türkei, TV-Sender Al-Arabiya, USA, Libyen