23:41 11 Juli 2020
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    Laut dem kommissarischen Vize-Abteilungsleiter für Nuklearfragen im Pentagon, Drew Walter, könnten die Vereinigten Staaten „innerhalb von Monaten“ Atomtests durchführen, falls eine entsprechende Anordnung des Präsidenten vorliegt. Dies berichtet das US-Portal „Defense News“ am Mittwoch.

    Ein „sehr schneller Test mit begrenzten Datenerfassungsmöglichkeiten“ könne  „innerhalb von Monaten“ stattfinden, wenn der Präsident dies aus technischen oder geopolitischen Gründen anordnet, so Walter. 

    „Ich denke, es würde relativ schnell gehen“, fügte er hinzu.

    Die aus einem solchen Test gesammelten Daten wären jedoch wahrscheinlich minimal, da sie schnell arrangiert werden müssten, hieß es weiter. Ein umfassenderer Test, der darauf abzielt, große Mengen nützlicher Daten zu sammeln, könnte eher Jahre dauern, sagte Walter. 

    Erstmals seit mehreren Jahren

    Zuvor berichtete die „Washington Post“ unter Verweis auf einen ranghohen Regierungsmitarbeiter sowie zwei ehemalige US-Beamte, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump am 15. Mai die Möglichkeit diskutiert hätte, zum ersten Mal seit 1992 einen Atomtest durchzuführen. 

    Die USA haben seit knapp 30 Jahren weder Atomtests durchgeführt noch neue Plutoniumkerne für Atomwaffen hergestellt. Sie griffen dabei auf ihre Lagerbestände zurück und verließen sich bei Bewertungen auf simulierte Tests.

    2018 hatte Washington die Daten zur Anzahl der verfügbaren Atomsprengköpfe als geheim eingestuft. US-Präsident Donald Trump ordnete zudem eine Erneuerung des Atomarsenals und die Wiederaufnahme der Produktion von Plutoniumkernen mit 80 Stück pro Jahr an.

    USA ziehen sich aus Verträgen mit Russland zurück

    Im vergangenen Sommer kündigten die USA ein wichtiges Abrüstungsabkommen beider Länder auf – den INF-Vertrag über das Verbot landgestützter atomarer Kurz- und Mittelstreckenwaffen. Vor Kurzem sind die Vereinigten Staaten aus dem Militärabkommen über den „Offenen Himmel“ ausgestiegen, der 1992 unterzeichnet worden und 2002 als eine vertrauensbildende Maßnahme in Kraft getreten war. Das Dokument ermöglicht es den Partnern (Russland, Nato-Staaten), mehrmals im Jahr Beobachtungsflüge über dem Territorium des jeweiligen Unterzeichnerlandes durchzuführen. 

    Bislang unklar bleibt auch das Schicksal des New-Start-Vertrages, der vorsieht, dass Russland und die USA ihre Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe verringern. Das Dokument läuft im Februar 2021 aus, wenn es nicht um weitere fünf Jahre verlängert wird. 

    pd/sb

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    Tags:
    Nuklearwaffen, Atomwaffen, USA