13:18 14 Juli 2020
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    Die Anwälte des WikiLeaks-Gründers Julian Assange fordern weiterhin seine Freilassung gegen Kaution, da seine Gesundheit angesichts der Coronavirus-Pandemie gefährdet sein soll.

    „Assange hat eine chronische Lungenerkrankung, die ihn besonders anfällig für die Covid-19-Erkrankung macht“, heißt es in der Mitteilung der Kampagne gegen die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers.

    Die Zahl der mit Covid-19 Infizierten in Gefängnissen nehme zu, und Assange habe auf Anraten eines Arztes auch per Videolink nicht an den beiden vorangegangenen Gerichtssitzungen teilgenommen, um auf dem Weg zum Videoraum und im Raum selbst kein Infektionsrisiko zu haben, hieß es.

    „Edward Fitzgerald (einer von Assanges Anwälten — Anm. d. Red.) sagte am 13. Mai vor Gericht, dass die Verteidigung im letzten Monat nur zweimal mit Assange telefoniert habe. Die Anhörung am Montag wird eine geplante Anhörung zur Verlängerung von Assanges Aufenthalt im Gefängnis bis zur Wiederaufnahme der Anhörung über seine Auslieferung am 7. September sein“, lautet die Mitteilung.

    Aktivisten der Kampagne würden weiterhin darauf bestehen, dass Assange, der in Untersuchungshaft sei und keine Haftstrafe verbüße, sofort gegen Kaution freigelassen werden sollte, um das Risiko einer Covid-19-Infektion zu vermeiden.

    Zuvor war berichtet worden, dass am 1. Juni über die Details im Fall Assange entschieden wird. Daran soll er voraussichtlich per Video teilnehmen. Der Prozess zu seiner Auslieferung an die USA wird am 7. September wieder aufgenommen.

    Assange-Fall 

    Der WikiLeaks-Gründer veröffentlichte interne Dokumente, u. a. von US-Streitkräften und -Behörden, und enthüllte damit schwere Regierungsvergehen, darunter Kriegsverbrechen und Korruption. Nachdem Schweden 2010 wegen Vorwürfen einer Vergewaltigung und sexueller Nötigung einen internationalen Haftbefehl gegen Assange ausgestellt hatte, bereitete sich Großbritannien auf die mögliche Überstellung vor. Er wurde auf Kaution freigelassen.

    Ecuador gewährte ihm 2012 politisches Asyl. Assange lebte sieben Jahre als politischer Flüchtling in Ecuadors Botschaft in London. Im April 2019 entzog ihm der neue ecuadorianische Präsident Moreno sowohl das Asylrecht als auch die Staatsbürgerschaft. Am 11. April 2019 wurde Assange von der britischen Polizei festgenommen und am 1. Mai 2019 zu 50-wöchiger Haft verurteilt. 

    Die USA haben Großbritannien um Auslieferung von Assange ersucht. Die US-Anklageschrift vom 23. Mai 2019, die siebzehn Punkte umfasst, sieht theoretisch eine maximale Haftstrafe von 175 Jahren vor.

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Freilassung, Coronavirus, Julian Assange