00:57 14 Juli 2020
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    Angesichts der anhaltenden teils gewaltsamen Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis hat US-Präsident Donald Trump Demonstranten zwar indirekt, aber dafür mit klaren Worten gedroht – und zugleich dem Bundesstaat Minnesota Hilfe der Streitkräfte angeboten.

    Die Soldaten stünden bereit und könnten „sehr schnell“ vor Ort sein, sagte Trump im Garten des Weißen Hauses. An die Behörden in den Städten Minneapolis und St. Paul gerichtet fügte er mit Blick auf die jüngste Welle von Gewalt hinzu: „Sie müssen härter sein ... Sie können das nicht zulassen.“

    Falls Demonstranten am Freitag über den Zaun des Regierungssitzes gelangt wären, wären sie von „boshaften Hunden und den bedrohlichsten Waffen“ begrüßt worden, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. Dann wären sie „wirklich mindestens schwer verletzt“ worden. Viele Beamte des Secret Service warteten nur auf „Action“.

    Trump lobte die Sicherheitskräfte für Besonnenheit und Professionalität im Umgang mit Demonstranten. Diese hätten nicht den bei einem Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaner George Floyd ehren wollen, sondern hätten es nur auf Krawall abgesehen gehabt.

    Der Protest vor dem Weißen Haus am Freitagnachmittag war vergleichsweise klein und harmlos: Demonstranten warfen einige der Behelfszäune aus Metall um, die rund 30 Meter vor dem Zaun des Weißen Hauses Passanten zurückhalten. In anderen Städten ist die Situation anders: Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, hatte zuvor am Samstag erklärt, er habe mit Verteidigungsminister Mark Esper und Generalstabschef Mark Milley über Unterstützung gesprochen. Walz machte aber keine näheren Angaben zur möglichen Unterstützung.

    Tausende protestieren in New York gegen Rassismus

    Nach dem Tod von George Floyd am vergangenen Montag haben in New York mehrere Tausend Menschen gegen Rassismus protestiert. Der 46-jährige Afroamerikaner war am vergangenen Montag bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen.

    In der Nacht zu Samstag kam es in den Stadtteilen Manhattan und Brooklyn zu Ausschreitungen. Dem Fernsehsender CNN zufolge nahm die Polizei mindestens 72 Menschen fest. Auf beiden Seiten soll es Verletzte gegeben haben.

    Viele Demonstranten trugen Plakate mit der Aufschrift „I can’t breathe“ („Ich kann nicht atmen“). Das waren die Worte, die Floyd kurz vor seinem Tod zu den Polizisten sagte, die während der Festnahme in der Großstadt Minneapolis auf ihm knieten. Es war die zweite Nacht in Folge, dass es in New York zu Protesten kam.

    Bürgermeister Bill de Blasio schrieb am späten Freitagabend auf Twitter, es gehe darum, „diese Situation zu deeskalieren und die Menschen sicher nach Hause zu bringen“. Er versprach eine „vollständige Überprüfung der Ereignisse“ und fügte an: „Wir wollen nie wieder eine solche Nacht erleben.“ Auch in anderen US-Städten kam es in der Nacht zu Samstag zu teils heftigen Protesten. Vor der US-Botschaft in Berlin fand am Samstag eine Protestaktion unter der Losung „Gerechtigkeit für George Floyd“ statt.

    sm/gs/dpa

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    Tags:
    USA, Afroamerikaner, Tod, Proteste