01:52 15 Juli 2020
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    Russland hat die Vorwürfe der USA bezüglich einer angeblichen Fälschung libyscher Banknoten entschieden zurückgewiesen. Demnach handelt es sich um legal gedrucktes Geld, das auf einem Vertrag zwischen dem russischen staatlichen Unternehmen „Gosnak“ und der libyschen Zentralbank beruht.

    Zuvor hatte das US-Ministerium mitgeteilt, dass die Sicherheitsbehörden in Malta mutmaßlich von Russland gefälschte libysche Banknoten im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar sichergestellt hätten. Moskau nahm diesbezüglich Stellung.

    „Falsch sind hier nicht die libyschen Dinar, sondern die amerikanischen Äußerungen“, teilte das russische Außenministerium am Samstag mit.

    Der Vertrag zum Druck dieser Banknoten sei 2015 zwischen der russischen Aktiengesellschaft Gosnak und dem Chef der Zentralbank von Libyen unterzeichnet worden. Die Notenproduktion sei auch nötig gewesen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten, hieß es unter anderem.

    Vor dem Hintergrund einer Doppelherrschaft gebe es in Libyen auch gegenwärtig zwei Zentralbanken. Eine befinde sich in der Hauptstadt Tripolis, wo die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch die Kontrolle habe. Die zweite Bank befinde sich in Bengasi. Ihr Leiter sei vom Abgeordnetenrat Libyens gewählt worden und damit stelle die Zentralbank auch international eine legitime Institution dar. Moskau setzte sich ausschließlich für eine Beilegung des Konfliktes in Libyen ein, so das russische Außenministerium abschließend.

    Die USA betrachten Russland als eine der Konfliktparteien in Libyen und werfen Moskau vor, die Libysche Nationale Armee des Feldmarschalls Khalifa Haftar zu unterstützen. Russland hat wiederholt Berichte über die Teilnahme am Libyen-Konflikt zurückgewiesen.

    Stellungnahme von Gosnak

    Das russische Staatsunternehmen Gosnak kritisierte in einer Stellungnahme, dass die maltesischen Behörden das rechtmäßig gedruckte Geld illegal beschlagnahmt hätten. Das sei ein Verstoß gegen internationales Recht. Die Expertenkommission zu Libyen im UN-Sicherheitsrat habe in der Druckauflage keinen Verstoß gegen Sanktionen gesehen, betonte der Staatsbetrieb.

    Die maltesischen Behörden hätten die Container bereits im September 2019 beschlagnahmt und trotz mehrfacher Aufforderungen keine Erklärung zum Verbleib des Geldes abgegeben. Erst im diesem Jahr hätten die Verantwortlichen reagiert, doch die Umstände der Zusammenarbeit zwischen Gosnak und der libyschen Zentralbank seien verzerrt dargestellt worden.

    Lage in Libyen

    Libyen geriet 2011 nach dem Sturz seines jahrzehntelangen Staatsoberhauptes Muammar al-Gaddafi in eine bis heute andauernde Krise. Unzählige Milizen kämpfen seitdem in Libyen um Macht und Einfluss.

    Die von der Uno anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch in Tripolis kontrolliert den Westen des  Landes und befindet sich in einem Dauerkonflikt mit der Libyschen Nationalarmee von Chalifa Haftar. Letztere kooperiert mit dem vom Volk gewählten Abgeordnetenrat im Osten Libyens. 

    mka/gs

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    Tags:
    Banknoten, Libyen, Russland, Zentralbank