21:16 15 Juli 2020
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    Der Abgeordnete des russischen Unterhauses Ruslan Balbek hat die jüngsten ukrainischen Tests der Marschflugkörper „Neptun“ kommentiert, die auf dem Testgelände Alibej in der Schwarzmeerregion Odessa durchgeführt worden waren.

    Kiew habe die Idee einer gewaltsamen Rücknahme der Schwarzmeerhalbinsel bislang nicht aufgegeben und aktiv an der Verbesserung seiner Angriffswaffen gearbeitet, äußerte Balbek gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti. Enttäuscht von der Wirksamkeit der westlichen Sanktionen, die gegen Russland verhängt worden waren, habe die Ukraine ihre Taktik geändert und versucht, die Bevölkerung der Halbinsel Krim mit ukrainischen Waffen einzuschüchtern:

    Das ukrainische Raketensystem „Olcha“ auf dem Testgelände (Archiv)
    © AP Photo / Presidential Press Service Pool / Mykola Lazarenko

    „Wir sehen, dass die Ukraine alle Produktionskapazitäten für die Herstellung von Angriffsraketenwaffen eingesetzt hat. Die Durchführung von Marschflugkörpertests zu einer Zeit, in der Kiew von Friedfertigkeit und den Sorgen um das Wohl ‚seiner‘ auf der Krim lebenden Bürger spricht, ist eine eklatante Lüge und unverschämter Zynismus“, sagte er.

    „Dies ist eine Taktik der Einschüchterung der Krim-Bevölkerung (indem sie sagen): ‚Schaut mal, unsere Raketen werden sowohl die Krim-Brücke als auch industrielle und strategische Objekte der Halbinsel erreichen‘“, so der Parlamentarier.

    Gleichzeitig zeigte er sich davon überzeugt, dass die russischen Truppen jedes Ziel, das die Halbinsel Krim gefährden würde, entdecken und vernichten können.

    Kiew gibt erfolgreiche Raketentests bekannt

    Zuvor hatte der ukrainische staatliche Rüstungskonzern „Ukroboronprom“ erfolgreiche Tests von zwei Marschflugkörpern „Neptun“ bekanntgegeben. Die Anti-Schiffs-Raketen hätten die Ziele getroffen, die 85 beziehungsweise 100 Kilometer von der Küste entfernt gewesen seien, teilte der Chef des zu „Ukroboronprom“ gehörenden Konstruktionsbüros „Lutsch“ (dt. „Strahl“), Oleg Korosteljow, gegenüber der Nachrichtenagentur des ukrainischen Verteidigungsministeriums ArmijaInform am Freitag mit. Die Versuche seien auf dem Testgelände Alibej in der Schwarzmeerregion Odessa durchgeführt worden.

    Im Juli 2019 hatte der ehemalige Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine Oleksandr Turtschynow behauptet, die Marschflugkörper „Neptun“ könnten die von Russland gebaute  Krim-Brücke in wenigen Minuten zerstören.

    In Reaktion darauf äußerte der Chef der russischen Liberaldemokratischen Partei (LDPR), Wladimir Schirinowski, der ukrainische Staat würde in diesem Fall aufhören, zu existieren.

    Marschflugkörper R-360 „Neptun”

    Laut Beobachtern handelt es sich bei dem bodengestützten Marschflugkörper R-360 „Neptun“ um eine Weiterentwicklung des sowjetischen Seezielflugkörpers Ch-35 (Nato-Code: SS-N-25 Switchblade) aus den 1980ern.

    Er war auf Basis der sowjetischen Rakete Ch-35 entwickelt worden. Das Gewicht seines Sprengkopfes beträgt  150 Kilogramm. Nach Angaben des Herstellers soll die Rakete in einer Höhe von drei  bis maximal zehn Metern  über dem  Meeresspiegel fliegen und eine Geschwindigkeit von 900 Stundenkilometern erreichen; ihre Reichweite beläuft sich auf 280 Kilometer.

    asch/ae/sna

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