21:26 12 Juli 2020
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    Moskau hält das gezielte Sprühen von Pfefferspray ins Gesicht eines Korrespondenten der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti in der US-Stadt Minneapolis für unzumutbare Härte.

    Die US-Polizei habe Spezialmittel gegen Medienvertreter nach Vorlage eines Presseausweises eingesetzt, was laut dem russischen Außenministerium inakzeptabel ist.

    „Wir sind besorgt über die immer häufigere Polizeigewalt und ungerechtfertigten Festnahmen von Journalisten während ihrer Berichterstattung über Proteste in den Vereinigten Staaten, die nach dem Tod von George Floyd ausgebrochen sind. Wir halten es für inakzeptabel, dass US-Strafverfolgungsbehörden nach Vorlage eines Presseausweises Spezialmittel - Gummigeschosse und tränenreizende Aerosole – gegen Medienvertreter einsetzen“, so die Erklärung des Außenministeriums.

    „Insbesondere betrachten wir das gezielte Sprühen von Pfefferspray durch Polizeibeamte aus Minneapolis ins Gesicht des Korrespondenten der RIA Novosti Mikhail Turgijew – obwohl er als Journalist identifiziert wurde – als Ausdruck unzumutbarer Härte“.

    Es sei unzulässig, dass Medienpersonal bei der Erfüllung seiner beruflichen Pflichten von Strafverfolgungsbeamten angegriffen werde.

    „Wir erinnern die US-Behörden an ihre internationalen Verpflichtungen zur Gewährleistung der Sicherheit und ungehinderten Aktivitäten von Journalisten sowie der Meinungsfreiheit und des gleichberechtigten Zugangs zu Informationen für alle“, betonte das russische Außenministerium.

    „Wir gehen davon aus, dass die zuständigen amerikanischen Behörden eine gründliche Untersuchung der Vorfälle durchführen werden. Wir fordern die einschlägigen internationalen Strukturen und Menschenrechts-Nichtregierungsorganisationen auf, auf diese Willkür angemessen zu reagieren“, so das Ministerium.

    Zuvor hatte die Polizei von Minneapolis absichtlich Tränenspray gegen Journalisten eingesetzt – betroffen waren der Korrespondent der RIA Novosti Mikhail Turgijew und ein Mitarbeiter des Fernsehsenders VICE. Im Netz tauchte ein Video auf, das den Vorfall dokumentiert.

    Proteste nach Tod von Afroamerikaner

    Am Vortag hatte die amerikanische Nationalgarde in Minneapolis Tränengas gegen Demonstranten an einer Tankstelle eingesetzt, um der Feuerwehr den Weg frei zu machen.

    Minneapolis und weitere US-Städte sind nach dem Tod des Schwarzen Floyd Schauplätze von Protesten und auch Gewalt. Floyd war am Montag bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen. Alle vier an dem Einsatz beteiligten Polizisten wurden entlassen, einer von ihnen wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Bei ihm handelt es sich um den weißen Polizisten, der sein Knie minutenlang auf den Hals Floyds gedrückt hatte.

    Floyd hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor, wie ein Video festgehalten hatte. Der 46-jährige Schwarze wurde bei seiner Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt. Die Untersuchungen gegen die drei anderen Polizisten dauern an.

    sm/gs/sna

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    Proteste, USA, Einsatz, Pfefferspray, Moskau