08:25 01 Dezember 2020
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    Corona-Pandemie breitet sich weiter aus – alle Entwicklungen (536)
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    Die Vereinigten Staaten haben zwei Millionen Dosen Malariaheilmittel Hydroxychloroquin zur Behandlung von mit Sars-CoV-2 infizierten Menschen nach Brasilien gesendet. Das folgt aus einer gemeinsamen Erklärung der beiden Länder am Sonntag. US-Präsident Donald Trump preiste zuvor das Medikament als „Geschenk Gottes“ gegen das Coronavirus an.

    „Um Solidarität zu zeigen, verkünden wir heute, dass die US-Behörden zwei Millionen Dosen Hydroxychloroquin für das brasilianische Volk gebracht haben“, heißt  es. 

    Unter anderem bekräftigten die USA die Absicht, demnächst 1000 Beatmungsgeräte nach Brasilien zu schicken.

    Hydroxychloroquin solle als Präventionsmittel  bei Krankenschwestern und Ärzten sowie zur Behandlung von Infizierten in Brasilien eingesetzt werden, heißt es. Zudem planten die USA und Brasilien gemeinsame Forschungen, um die Sicherheit und Effizienz dieses Medikaments zu überprüfen.    

    Das brasilianische Gesundheitsministerium soll vor kurzem seinen Leitfaden für Ärzte geändert haben, in dem nun das Medikament zur Anwendung bei Corona-Patienten empfohlen wird.

    Hydroxychloroquin wird zur Behandlung von Malaria und bestimmten Autoimmunkrankheiten eingesetzt. Ob sich das Medikament auch zur Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 eignet, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Nebenwirkungen des Präparats hingegen gelten als gut erforscht. Unter anderem kann die Einnahme zu einem erhöhten Risiko für Herzrhythmus-Störungen führen.

    ​Zuvor hatte Trump Hydroxychloroquin als „Geschenk Gottes“ bezeichnet und das Medikament eigenen Angaben zufolge zumindest vorübergehend prophylaktisch eingenommen, um sich gegen eine Ansteckung zu schützen. Damit sorgte er für Aufregung. 

    ​WHO setzt Tests aus

    Nach einem aktuellen kritischen Bericht über die Wirkung der Malaria-Arznei Hydroxychloroquin bei Covid-19-Patienten hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klinische Tests mit dem Medikament vorerst ausgesetzt. Die Hydroxychloroquin-Tests wurden bisher im Rahmen einer von der WHO geführten internationalen Forschung durchgeführt.

    In der vorigen Woche hatte das Fachjournal „The Lancet“ anhand einer umfassenden Datenanalyse berichtet, dass sich die Malaria-Arzneien Chloroquin und Hydroxychloroquin wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen und die Wirkstoffe womöglich sogar die Todesrate erhöhen. Forscher aus den USA und der Schweiz hatten für den Bericht Daten von gut 96.000 Patienten ausgewertet, von denen fast 15.000 eines der Mittel allein oder in Kombination mit einem Antibiotikum bekommen hatten.

    Trauriger zweiter Platz

    In Brasilien gibt es nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (Stand 1. Juni, um 08.32 Uhr) 514.849 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 29.314 Todesfälle. Das lateinamerikanische Land  hat laut der Universität weltweit die zweitmeisten Infektionen registriert - mehr gibt es nur in den USA mit über 1,7 Millionen bewiesenen Ansteckungen und 104.383 Todesfällen.

    ns/ae/dpa/sna 

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    Gesundheitsministerium, WHO, Beatmungsgerät, Hydroxychloroquin, Fachjournal The Lancet, Brasilien, Donald Trump, USA