14:52 10 Juli 2020
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    Russland setzt seinen Kurs auf die Deeskalation der Situation in Europa fort und plant im Jahr 2020 keine groß angelegten Übungen unweit der Grenzen zu Nato-Staaten. Das gab der Chef der Hauptverwaltung für Operatives im russischen Generalstab, Generaloberst Sergej Rudskoj, am Montag bei einem Pressegespräch bekannt.

    „Wir werden den Kurs auf Deeskalation der Situation in Europa fortsetzen. Im laufenden Jahr sind von den Streitkräften keine groß angelegten Übungen unweit der Grenzen zu Nato-Teilnehmerstaaten vorgesehen“, sagte Rudskoj.

    Ihm zufolge plant Russland unter anderem, groß angelegte Tätigkeiten im Rahmen der Übungen „Kawkas-2020“ ins Innere des Landes zu verlegen. 

    Zudem bekräftigte Rudskoj Russlands Bereitschaft, den Raum der Übungen auf paritätischer Grundlage  mit der Nato zu  korrigieren.

    Nato ignoriert Russlands Ideen zum Abbau der Spannungen 

    Laut Rudskoj hat die Nato Russlands Vorschläge ignoriert, Spannungen im militärischen Bereich abzubauen und Zwischenfälle zu verhindern. 

    „Im Laufe der bilateralen Kontakte auf hoher Ebene mit der Nato-Führung haben wir mehrmals Fragen bezüglich der Verhinderung von Zwischenfällen im militärischen Bereich und zur Senkung der Intensität der Veranstaltungen zur Ausbildung der Truppen, die nahe unserer Grenzen durchgeführt werden, besprochen (…) Alle unsere Vorschläge zum Abbau der militärischen Spannungen und zur Verhinderung von Zwischenfällen wurden in einem Schreiben des russischen Außenministers, Sergej Lawrow, an den Nato-Generalsekretär, Jens Stoltenberg, dargelegt. Unsere Vorschläge wurden faktisch ignoriert“, unterstrich Rudskoj.

    Nato baut ihre Raketenabwehr-Infrastruktur in Polen aus 

    Ferner verweis Rudskoj darauf, dass die Nato ihre Raketenabwehr-Infrastruktur in Polen ausbaue.

    „Die Arbeit zum Ausbau der Raketenabwehr-Infrastruktur in Polen geht weiter – zur Ergänzung eines in Rumänien stationierten Objekts der Vereinigten Staaten. Alle Besorgnisse, die mit einer möglichen Stationierung von Marschflugkörpern ‚Tomahawk‘ an diesen Basen zusammenhängen, bleiben erhalten“, sagte er.     

    Zudem rief das russische Verteidigungsministerium vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie die Nato dazu auf, das Konfrontationsniveau zu senken sowie von aggressiven Handlungen und der  Demonstration der Stärke Abstand zu nehmen.

    „Russlands Verteidigungsministeriums hat immer am Kurs festgehalten, der auf den Aufbau eines konstruktiven Dialogs mit der Nato abzielt. Heute, wo die Anstrengungen in der Welt auf die Bekämpfung der Ausbreitung der neuen Coronavirus-Infektion konzentriert sind, muss man das Konfrontationsniveau senken sowie von aggressiven Handlungen und der Demonstration der Stärke Abstand nehmen“, sagte Rudskoj abschließend.

    ns/ae/sna

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    Abbau, Spannungen, Pandemie, Coronavirus, Sergej Rudskoj, Pläne, Grenzen, Übungen, NATO