08:57 02 Juli 2020
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    Das russische Verteidigungsministerium verzeichnet ein hohes Maß an militärischen Aktivitäten der Vereinigten Staaten und ihrer Nato-Verbündeten in der Nähe der russischen Grenzen. Diese Auffassung äußert der Chef der Hauptabteilung für Operationen des russischen Generalstabs, Generaloberst Sergej Rudskoj, bei einem Briefing.

    So hätten die USA die Flüge ihrer Bomber B-1B-in der Nähe der Grenzen Russlands, insbesondere nahe des nordwestrussischen Gebiets Kaliningrad, innerhalb eines Monats deutlich intensiviert.

    „Während dieser Flüge waren US-amerikanische Flugzeuge teilweise nur zehn Kilometer von der Grenze des Gebiets Kaliningrad entfernt“, sagte er am Montag.

    Auch den russischen Fernen Osten würden die Amerikaner nicht außer Acht lassen: Im April sei lediglich ein Flug des strategischen Bombers B-1B entlang der Halbinsel durchgeführt worden, während im Mai bereits fünf solcher Flüge absolviert worden seien.

    Allerdings seien die strategischen Bomber in allen Fällen von der russischen Flugabwehr entdeckt worden, betonte Rudskoj. Bei allen Flügen seien die Nato-Flugzeuge kontinuierlich überwacht worden. Auch Maßnahmen zur Verhinderung von möglichen Zwischenfällen seien jedes Mal ergriffen worden: Die russischen Flugabwehreinheiten seien zu umgehenden Einsätzen bereit gewesen.

    B-1B-Bomber zum ersten Mal über der Ukraine

    Ende Mai seien B-1B-Bomber zum ersten Mal über die Ukraine geflogen:

    „Am 29. Mai (flogen sie – Anm. d. Red.) über dem Territorium der Ukraine und dem Schwarzen Meer. Es sei zu betonen, dass B-1B-Bomber zum ersten Mal über der Ukraine auftauchten“, sagte er.

    Gegenseitige Nutzung von Transpondern

    Was die Flüge der Militärflugzeuge über der Ostsee anbetreffe, so fordere Russland die Nato auf, die Initiative zur gegenseitigen Nutzung von Transpondern praktisch umzusetzen, sagte Generaloberst Sergej Rudskoj, Chef der Hauptverwaltung für Operatives im russischen Generalstab der Streitkräfte, bei der Besprechung.

    „Wir rechnen damit, dass die Nato-Staaten bereit sind, konkrete Entscheidungen in dieser Frage zu treffen“, sagte er.

    Transponder sind Funk-Kommunikationsgeräte, die eingehende Signale aufnehmen und automatisch beantworten beziehungsweise weiterleiten.

    Nato-Militärübungen am Vorabend des Jahrestages des Sieges über Nazideutschland sind eine Provokation

    Außerdem habe das Nordatlantische Bündnis zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Krieges Militärübungen am Vorabend des 9. Mai in der Barentssee durchgeführt, hob Rudskoj hervor:

    „Zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Krieges fanden am Vorabend der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland Übungen einer Abteilung von Kampfschiffen der gemeinsamen Nato Seestreitkräfte in der Barentssee statt“, sagte er. „Während der Übung wurden das Treffen der Ziele in Russland sowie das Abfangen der russischen ballistischen Raketen geübt“.

    Die Übungen bezeichnete er als eine Provokation, obwohl „die US-Seite innerhalb kürzester Zeit über das Anlaufen dieser Schiffe in der Barentssee informiert hat“.

    asch/ae/sna

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    Tags:
    Kamtschatka, Barentssee, Grenzen, Grenze, B-1B, Transponder, Bomber, Militärübungen, Militärübung, NATO, USA, Russland