00:04 27 Oktober 2020
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    Fast vier Jahre nach dem Putschversuch in der Türkei im Juli 2016 laufen immer noch Fahndungen nach mutmaßlichen Terrorverdächtigen. Laut der Agentur Anadolu wurden in diesem Zusammenhang am Dienstag 72 Personen inhaftiert.

    Bei einem massiv angelegten Einsatz in 35 Städten wurde demnach nach insgesamt 118 Personen gefahndet. Ihnen wird zur Last gelegt, mit der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen in Verbindung gestanden zu haben. Wie es weiter heißt, gehörten die meisten Gesuchten dem Militär an.

    Bis zum Ausbruch der Coronavirus-Krise hatten die türkischen Behörden laut Anadolu mehrmals wöchentlich Serienfahndungen und Massenfestnahmen in Bezug auf den Putschversuch durchgeführt. Nachdem die türkische Regierung am 1. Juni die Corona-Einschränkungen gelockert hatte, wurden die Fahndungen wieder aufgenommen.

    Putschversuch in der Türkei

    Eine Gruppe von Aufständischen hatte in der Nacht zum 16. Juli 2016 einen Militärputsch in der Türkei versucht. Die schwersten Zusammenstöße wurden aus Ankara und Istanbul gemeldet. Bei den Krawallen kamen etwa 250 Menschen ums Leben, mehr als 2000 weitere Menschen wurden verletzt. Die türkischen Behörden konnten den Putschversuch damals schnell unterdrücken.

    Die Regierung macht Gülen für den Putschversuch verantwortlich und wirft  ihm unter anderem vor, staatliche Institutionen wie die Armee gezielt infiltriert zu haben.

    Gülen, der sich zurzeit in den USA aufhält, verurteilte den Putschversuch und wies jegliche Anschuldigungen gegen seine Person kategorisch zurück. Die Türkei fordert Gülens Auslieferung aus den USA, wobei sie Washington die Unterstützung der Organisation FETÖ vorwirft.

    ns/ae/dpa

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    Tags:
    USA, FETÖ, Festnahme, Militär, Putschversuch, Agentur Anadolu, Fethullah Gülen, Türkei