17:18 19 September 2020
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    Die Türkei hat russische Militärausrüstung für einen geschätzten Preis von einer Milliarde USD bestellt. Laut dem Chef der föderalen Behörde für militärtechnische Zusammenarbeit, Dmitri Schugajew, beabsichtigen die beiden Länder nun, Luftfahrtkomplexe und Flugabwehrsysteme gemeinsam zu entwickeln.

    „Heute können wir feststellen, dass der Auftragsbestand der Türkei für russische Ausrüstung auf etwa eine Milliarde US-Dollar geschätzt wird. Wir haben eine solide Grundlage für die weitere schrittweise Entwicklung und Zusammenarbeit im militärischen Bereich“, sagte Schugajew am Dienstag in einem Interview mit dem türkischen Fernsehsender Ekotürk.

    Bislang wurde der Preis für die russischen Exportverträge mit der Türkei offiziell nicht bekannt gegeben.

    Lieferung der zweiten Charge von S-400

    Schugajew zufolge hat die globale Coronavirus-Pandemie die Lieferung der zweiten Charge von S-400-Luftabwehrsystemen gebremst – wegen der Beschränkungen ist es problematisch, konkrete Termine für den Abschluss des Vertrags vorauszusagen. Schugajew unterstrich jedoch, dass die Verhandlungen in einer fortgeschrittenen Etappe seien und derzeit warte Moskau auf die endgültige Entscheidung Ankaras.

    Weitere Zusammenarbeit im Militärbereich

    Außerdem würden die beiden Länder die gemeinsame Entwicklung von Luftfahrtkomplexen und Raketenabwehrsystemen besprechen

    „Unsere Experten erwägen weiterhin mögliche Optionen für eine Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Produktion von Flugzeugen und Luftverteidigungsausrüstung. Ich bin sicher, dass das Potential der Zusammenarbeit sich nicht nur darauf beschränkt“, sagte Shugajew.

    Über die mögliche Lieferung von Su-35-Kampfjets in die Türkei sagte er: „Wenn die türkische Seite beschließt, diese Flugzeuge zu kaufen, sind wir bereit, entsprechende Konsultationen mit unseren Kollegen abzuhalten“.

    Der Kampfjet der fünften Generation vom Typ Su-57 wird dagegen laut Schugajew nur für die Bedürfnisse des russischen Verteidigungsministeriums ausgeliefert. „Wir können nicht über seinen Export in ein Land, einschließlich der Türkei, sprechen“.

    Gleichzeitig sei Russland bereit, Technologien für die Entwicklung des türkischen Kampfjets der fünften Generation TF-X anbieten. Künftig könnte der TF-X, so Schugajew, potenziell der Su-57 Konkurrenz machen.

    Interesse an Su-35 und Su-57

    Ende September hatte der türkische Parlamentspräsident Mustafa Şentop am Rande eines internationalen Treffens in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan bekannt gegeben, dass die Türkei die russischen Tarnkappen-Jets der fünften Generation Su-57 zu günstigen Konditionen kaufen könnte.

    Im August hatten der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin die Internationale Luft- und Raumfahrtmesse MAKS-2019 besucht. Laut dem Chef der russischen Föderalen Behörde für militärtechnische Zusammenarbeit (FSWTS), Dmitri Schugajew, zeigte Erdogan Interesse an den russischen Maschinen der Typen Su-35, Su-57 und MiG-35.

    S-400-Deal

    Moskau und Ankara hatten 2017 einen Vertrag über den Kauf von Flugabwehrraketensystemen S-400 „Triumph“ geschlossen. Washington drohte der Türkei Sanktionen und einen Ausschluss aus dem Programm zur Produktion von F-35-Kampfjets an. Präsident Donald Trump sprach von schweren Folgen und „enormen Problemen“ für die Türkei. Im Dezember 2019 hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, dass Ankara nie auf die S-400-systeme verzichten werde.

    sm/gs

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    Tags:
    Raketenabwehr, S-400, Militär, Ankara