19:45 28 Oktober 2020
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    Mehrere französische Städte sind von Massenprotests gegen Rassismus und Polizeigewalt erschüttert worden. In Paris demonstrierten am Dienstagabend rund 20.000 Menschen vor einem Gerichtsgebäude im Norden der Stadt, sagte die Sprecherin der Pariser Polizeipräfektur, Laetitia Vallar, im Fernsehsender BFMTV.

    Am Rande der Aktion kam es Berichten zufolge zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Demonstration war wegen eines coronabedingten Versammlungsverbots untersagt worden. Auch in Lyon und Marseille gingen Medien zufolge Menschen auf die Straßen.

    Die vorwiegend jungen Demonstranten riefen bei der größtenteils friedlichen Anti-Rassismus-Kundgebung in Paris als Reaktion auf den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA Slogans der „Black Lives Matter“-Bewegung.

    Der Protest in der französischen Hauptstadt wurde von der Schwester des 2016 in Polizeigewahrsam gestorbenen Adama Traoré initiiert. Forensischen Berichten zufolge war Adama Traoré erstickt, weil drei Gendarmen ihn zu Boden zwangen, und nicht infolge einer vorbestehenden Herzerkrankung.  

    Nach Polizeiangaben sperrten einige Demonstranten die Ringstraße der Pariser Autobahn und steckten Gegenstände in Brand. Die Sicherheitskräfte setzten Medien zufolge Tränengas ein. Die Polizeipräfektur forderte die Demonstranten auf Twitter auf, sich zu zerstreuen.

    Innenminister Christophe Castaner verurteilte die Ausschreitungen. Gewalt habe in einer Demokratie keinen Platz, schrieb Castaner auf Twitter. „Nichts rechtfertigt die Exzesse, die heute Abend in Paris stattgefunden haben.“ Er lobte die Sicherheits- und Rettungskräfte für „ihre Kontrolle und Gelassenheit“.

    Im Gespräch mit BFMTV warf der bekannte Menschenrechtsanwalt Arié Alimi jedoch der Polizei vor, Ärger zu provozieren, indem sie Tränengas gegen friedliche Demonstranten einsetze. Die Pariser Polizei hatte die Demonstration verboten und sich auf die Coronavirus-Beschränkungen berufen. Demnach dürfen sich höchstens zehn Menschen versammeln.

    ls/sb/dpa

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    Christophe Castaner, Paris, Frankreich