05:38 28 September 2020
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    Frühere und heutige Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA, die auslandsbezogene Berichte über die Anzeichen eines Niedergangs, Demonstrationen und darauffolgende Unruhen erstellten, ziehen eine Parallele zu den aktuellen Ereignissen in den USA. Trump agiere wie der ehemalige irakische Präsident Hussein, schreibt die Zeitung „Washington Post“ (WP).

    „Ich habe diese Art von Gewalt gesehen“, sagte Gail Helt, eine ehemalige CIA-Analystin, die für die Verfolgung der Entwicklungen in China und Südostasien verantwortlich war. „Das machen Autokraten. So etwas geschieht in Ländern vor einem Zusammenbruch. Es nervt mich wirklich“, fügte sie hinzu. 

    Marc Polymeropoulos, der früher die CIA-Operationen in Europa und Asien leitete, gehörte zu mehreren ehemaligen Vertretern der Behörde, die sich über die Bilder von Trump befremdet zeigten, die ihn vor der St. John's Episcopal Church in Washington mit einer Bibel in der Hand zeigten. Den Weg dorthin ließ sich der Präsident gewaltsam mit Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen freiräumen.

    „Es erinnerte mich an das, worüber ich jahrelang in der Dritten Welt berichtet habe. Saddam. Baschar. Gaddafi. Das haben sie alle gemacht“, berichtete Polymeropoulos auf Twitter. 

    Auch abseits der Kameras habe Trump die Aura eines starken Mannes gewissenhaft gepflegt, hieß es bei WP. So habe er am Montag die Gouverneure als „schwach“ eingestuft, weil sie angesichts zunehmender Proteste keine angemessene Gewalt angewendet hätten. „Wenn Sie nicht dominieren, verschwenden Sie Ihre Zeit“, sagte Trump. Dabei habe er nichts darüber gesagt, wie man die Spannungen abbauen könnte.

    Laut Brett McGurk, einem ehemaligen US-Gesandten im Nahen Osten, werden die von den Teilnehmern aufgezeichneten und von denNachrichtenagenturen geteilten Worte des Präsidenten die Autokraten der Welt nur ermutigen und die Autorität der USA untergraben.

    Zeichen von Verfall 

    Ehemaligen Geheimdienstbeamten zufolge gehören die Unruhen und die militaristische Reaktion der US-Regierung zu den vielen Anzeichendes Verfalls, die sie melden würden, wenn sie für den Geheimdienst eines anderen Landes Einschätzungen über die Vereinigten Staaten verfassen würden.

    Auch der Kampf gegen das neuartige Coronavirus, der Versuch des Präsidenten, die Ukraine unter Druck zu setzen, seine Angriffe auf die Nachrichtenmedien und eine zunehmende Polarisierung des politischen Klimas seien weitere Anzeichen für die Missstände im Land, hieß es.

    pd/sb

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    Kritik, George Floyd, CIA, Donald Trump, Unruhen, USA