15:55 07 Juli 2020
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    Der polnische Premier Mateusz Morawiecki hofft, dass die USA wenigstens einen Teil ihrer Truppen von Deutschland nach Polen verlegen werden.

    „Die Entscheidung liegt selbstverständlich auf Seiten der USA und von Präsident (Donald) Trump, aber wir rechnen damit, dass das Militärkontingent in Polen zahlenmäßig immer weiter verstärkt wird“, antwortete Morawiecki auf die Frage, ob die USA ihre Soldaten von Deutschland aus umdislozieren würden. Er sei überzeugt, dass die Umverlegung der US-Truppen nach Polen „die Nato stärken würde“.

    „Die Verhandlungen gehen weiter. Solche Gespräche werden in der Stille geführt. Wir werden zum geeigneten Zeitpunkt Bescheid sagen“, fügte der polnische Premier hinzu. Er verwies darauf, dass in Polen derzeit rund 5.000 US-Soldaten stationiert sind. Die US-Truppen seien für Polen zum Schutz gegen Russland notwendig. „Die echte Gefahr geht von der Ostgrenze aus“, betonte Morawiecki.

    Behauptungen über eine „russische Bedrohung“ sind hin und wieder aus dem Munde von Politikern im Westen, vor allem in den Baltischen Ländern und in Polen, zu hören. In Moskau hat man indes wiederholt betont, dass Russland nie ein Nato-Land angreifen werde. Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow weiß die Nato nur zu gut, dass Moskau keine Angriffspläne hegt. Die Nato nutze nur einen Anlass für die Stationierung von möglichst mehr Kampftechnik und Truppen in der Nähe der russischen Grenzen. Moskau habe nicht nur einmal Besorgnis über die Aufstockung der Kräfte der Allianz in Europa geäußert, so Lawrow.

    Keine offizielle Bestätigung für Truppenabzugspläne der USA  

    US-Präsident Donald Trump plant einem Medienbericht zufolge, mehr als ein Viertel der derzeit in Deutschland stationierten US-Soldaten abzuziehen. Offiziell wurden diese Informationen aber nicht bestätigt. Wie „Wall Street Journal“ am Freitag unter Hinweis auf ungenannte US-Regierungsvertreter berichtete, habe Trump das Pentagon angewiesen, die US-Truppenstärke in Deutschland bis September um 9500 Soldaten zu reduzieren - von derzeit 34.500 Soldaten. Zudem solle die Obergrenze von 25.000 US-Soldaten in Deutschland eingeführt werden, hieß es.

    Das Weiße Haus hat den Bericht des „Wall Street Journal“ nicht bestätigt. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, John Ullyot, teilte am Freitag (Ortszeit) auf dpa-Anfrage mit, derzeit gebe es dazu keine Ankündigung. Trump überprüfe aber ständig den Einsatz von US-Soldaten im Ausland.

    ls/mt

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    Tags:
    Wall Street Journal, Mateusz Morawiecki, NATO, Russland, USA, Polen