08:20 01 Dezember 2020
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    Im Libanon ist es während eines Anti-Regierungsprotestes zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Anhängern der schiitischen Hisbollah gekommen.

    Wie das libanesische Rote Kreuz mitteilte, seien dabei 48 Menschen verletzt worden, von denen elf ins Krankenhaus gebracht worden seien.

    Die Demonstranten hätten im Zentrum der Hauptstadt Beirut Sprechchöre gegen die Hisbollah angestimmt, worauf deren Anhänger angefangen hätten, Steine auf die Demonstranten zu werfen, hieß es aus den Sicherheitskreisen. Die Sicherheitskräfte setzten dabei Tränengas ein, um die Gruppen voneinander zu trennen.

    Zuvor waren erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie und wochenlangen Ausgangsbeschränkungen Menschen aus verschiedenen Teilen des Landes in Beirut auf die Straße gezogen. Viele von ihnen trugen Masken in den Farben der libanesischen Flagge. Der Protest unter dem Motto «Wir wollen ein besseres Leben» richtete sich gegen die politische Elite, der die Demonstranten die Schuld an der Wirtschaftskrise geben. Zudem forderten die Demonstranten eine unabhängige Regierung und Neuwahlen.

    «Wir wollen nicht mehr, dass uns ein korruptes System und korrupte Politiker regieren», sagte eine Demonstrantin.

    Im Libanon herrscht zurzeit eine der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrisen in der Geschichte des Landes. Im März war die libanesische Regierung erstmals nicht in der Lage, die Staatsanleihen zurückzuzahlen. Das Land am Mittelmeer gehört zu den weltweit am höchsten verschuldeten Ländern. Die Regierung verhandelt mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über ein Rettungsprogramm.

    Die Corona-Krise und die damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen haben die Lage weiter verschärft. Infolge der Krise hat das libanesische Pfund zum Dollar mehr als die Hälfte seines Wertes verloren, was zur Inflation geführt hat.

    Im Vorfeld des Protests am Samstag hatten Aktivisten gefordert, dort auch die Entwaffnung der Hisbollah zu verlangen. Die eng mit dem Iran verbündete Organisation bildet im Libanon so etwas wie einen Staat im Staate. Sie ist an der Regierung beteiligt, hat aber auch eine eigene Miliz, die Gebiete kontrolliert. Im April hatte Deutschland ein Betätigungsverbot für die Hisbollah verkündet.

    ac/mt/dpa

     

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    Proteste, Finanzkrise, Coronavirus, Anhänger, Hisbollah, Demonstranten, Zusammenstöße, Beirut, Libanon