12:11 06 Juli 2020
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    Der ehemalige spanische König Juan Carlos soll 2008 beim Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium Schmiergeld in Höhe von 100 Millionen US-Dollar kassiert haben. Nun hat das Oberste Gericht in Madrid Ermittlungen eingeleitet.

    Bei den Untersuchungen gehe es darum, die „strafrechtliche Relevanz der Taten abzugrenzen oder auszuschließen“, die nach der Abdankung von Juan Carlos als König im Juni 2014 erfolgt seien, teilte die Staatsanwaltschaft am Obersten Gericht am Montag mit.

    Zwar ermitteln in der sogenannten „Affäre um den Wüsten-Zug“ die für Korruption und Wirtschaftsdelikte zuständigen Behörden schon seit 2018. 

    Die von mehreren spanischen Firmen gebaute Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mekka und Medina wurde im Oktober 2018 eingeweiht. Für die rund 450 Kilometer benötigt der „Al Haramain“-Schnellzug etwa zwei Stunden. Für die Passagiere, darunter Millionen Pilger, verkürzte sich die Fahrzeit um über 50 Prozent.

    Für die vier Jahrzehnte, die er König und Staatsoberhaupt von Spanien war (22. November 1975 bis 14. Juni 2014) genießt Juan Carlos Immunität. Nach seinem Thronverzicht zugunsten seines Sohnes Felipe VI. hat der heute 82-Jährige zwar noch Sonderrechte, er kann aber vom Obersten Gericht auf die Anklagebank gesetzt werden. Obwohl die mutmaßliche Schmiergeldzahlung 2008 erfolgte, könnte Juan Carlos in Zusammenhang mit dem Skandal unter anderem der Geldwäsche in der Zeit nach 2014 beschuldigt werden.

    om/ae/dpa

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    Tags:
    Bau, Zug, Saudi-Arabien, Skandal, Korruption, Spanien