00:01 12 Juli 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    8013
    Abonnieren

    Nordkoreanische Militärs nehmen keine Anrufe über die Militärhotline mehr entgegen, meldet Yonhap unter Berufung auf einen Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA gab bekannt, dass ab Dienstagnachmittag sämtliche grenzübergreifende Kommunikationsverbindungen abgeschnitten würden.

    „Nordkorea hat heute Morgen unsere Anrufe über die Militärkommunikationslinien nicht beantwortet“, so ein Sprecher. Die Anrufe via Marinelinien blieben demnach ebenfalls unbeantwortet.  

    Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldet ihrerseits, Pjöngjang habe die Ergreifung von Maßnahmen verkündet, um alle Kommunikationskanäle zwischen dem Norden und dem Süden zu kappen.

    Es sei „(...) der erste entschlossene Schritt, jeden Kontakt mit Südkorea komplett herunterzufahren und sich von unnötigen Dingen zu trennen.“

    Demnach unterstrichen Kim Yo-jong (auch Kim Yo Jong), die Schwester des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-un, und Kim Yong-chol, Vizevorsitzender des Zentralkomitees der Arbeiterpartei, bei einer Sitzung am 8. Juni, dass die Angelegenheiten mit Südkorea konsequent in Angelegenheiten mit einem Feind umgestellt werden müssten.

    Am Montag hatte Yonhap gemeldet, dass Nordkorea erstmals seit der Eröffnung eines gemeinsamen zivilen Verbindungsbüros im Jahr 2018 einen Telefonanruf Südkoreas nicht entgegengenommen hätte. Später hieß es vonseiten südkoreanischer Militärs, dass sie am Nachmittag per Telefon Nordkorea erreicht hätten. Dabei ließ Pjöngjang den früheren Zwischenfall unerwähnt.

    Interkoreanisches Verbindungsbüro

    Seit seiner Eröffnung im September 2018 setzen sich die beiden Koreas über das interkoreanische Verbindungsbüro zwei Mal täglich in Verbindung.

    Die Streitkräfte beider Koreas hatten über die militärischen Kommunikationsleitungen täglich um 9:00 und 16:00 Uhr Telefonate geführt.

    Luftballons mit Aufklärungsmaterialien

    Am vergangenen Donnerstag hatte Pjöngjang gedroht, Kontakte, darunter auch über das Verbindungsbüro, abzubrechen, sollte Seoul nicht davon absehen, Luftballons mit Aufklärungsmaterialien über die Grenze ins Nachbarland zu schicken.

    ak/ae

    Zum Thema:

    Mysteriöser Tod am Djatlow-Pass: Ermittler nennen nach 60 Jahren Ursache
    Video des Raketenstarts von Raketenkreuzer „Pjotr Weliki“ aus in Barentssee veröffentlicht
    „Hat mit Rechtsstaat und Demokratie nichts mehr zu tun“ – Juristen wollen Corona-Krise aufklären
    Tags:
    Verbindungen, Militärs, Kommunikation, Südkorea, Nordkorea