11:33 26 Oktober 2020
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    Bewaffnete haben nach Informationen der staatlichen libyschen Ölfirma National Oil Company (NOC) Al-Sharara, das größte Ölfeld des Landes, besetzt, das erst seit kurzem wieder in Betrieb ist. Die NOC warnt vor Sachschäden und Verlusten für die Staatskasse.

    „Bewaffnete sind in Al-Sharara einmarschiert und haben den Stopp der Förderarbeiten befohlen“, teilte NOC am Dienstag mit. Hinter dem Angriff steckt laut NOC-Informationen „die Gruppe des so genannten Brigadegenerals Muhammad Khalifa“, der den „Schutz der Ölanlagen im Süden“ des Landes auf sich genommen habe.  

    Weil die Förderarbeiten erst wenige Stunden davor wiederaufgenommen worden seien, drohe erheblicher technischer Schaden, warnte die Staatsfirma. Ein Neustart der Produktion würde die libysche Regierung und ihre Partner zusätzlich Zeit und Geld kosten.

    Die National Oil Company hat ihr Personal nach eigenen Angaben angewiesen, die Befehle der Bewaffneten, die den Betrieb des Vorkommens betreffen, zu verweigern. Sollte die Produktion doch stillgelegt werden, werde NOC die libysche Generalstaatsanwaltschaft sowie Interpol und den UN-Sanktionsausschuss anrufen.

    NOC hatte am Sonntag die Förderarbeiten in Al-Sharara wiederaufgenommen. Laut Plan sollte die Tagesproduktion in 90 Tagen auf 30.000 Barrel (159 Liter) Öl steigen.

    Seit dem von der Nato unterstützten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi vor neun Jahren versinkt Libyen im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt. Eine von den UN anerkannte Regierung von Fayiz as-Sarradsch in Tripolis kontrolliert den Westen des nordafrikanischen Landes und befindet sich in einer Dauerauseinandersetzung mit der Libyschen Nationalarmee von Khalifa Haftar, die mit dem vom Volk gewählten Abgeordnetenrat kooperiert und im Osten Libyens das Sagen hat.

    leo/ae

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    Tags:
    Angriff, Bewaffnete, Ölproduktion, Produktion, Ölfelder, Erdöl, Libyen