23:31 24 Oktober 2020
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    Im Prozess um den Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine hat der niederländische Staatsanwalt Thijs Berger das Fehlen primärer Daten von ukrainischen Radaren bemängelt. „Die Ukraine hat so gut wie keine Radardaten zur Verfügung gestellt“, sagte Berger am Dienstag.

    Die ukrainische Seite hatte zuvor dem Sicherheitsrat der Niederlande erläutert, dass „es keine primären Radardaten gegeben hatte, denn das Radar war zum Zeitpunkt des Unglücks außer Betrieb“.

    Prozess: "MH17 mit russischer Rakete abgeschossen"

    Zugleich bekräftigte die Staatsanwaltschaft ihre Überzeugung, dass die Maschine der Malaysia Airlines im Juli 2014 mit einer russischen Luftabwehrrakete abgeschossen wurde. Alternative Szenarien seien im Zuge der Ermittlungen erwogen, aber verworfen worden, hieß es bei der Fortsetzung des MH17-Prozesses in dem eigens dafür eingerichteten Gerichtsgebäude am Amsterdamer Flughafen Schiphol.

    Der Prozess wurde am 9. März 2020 eröffnet. Angeklagt werden drei Bürger Russlands und ein Bürger der Ukraine. Ein Russe wird von zwei niederländischen und einem russischen Anwalt vertreten. Gegen die anderen drei läuft der Prozess in Abwesenheit.

    Tragödie der malaysischen Boeing

    Die Passagiermaschine, die sich auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala-Lumpur befand, war am 17. Juli 2014 unweit von Donezk abgestürzt. Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben. Kiew warf der Volkswehr von Donezk den Abschuss der Boeing vor. Donezk wies alle Anschuldigungen zurück und erklärte, dass die Volkswehr nicht über Raketen verfüge, die so hoch hätten fliegen können.

    Russland wurde zu den Ermittlungen nicht zugelassen. Die gemischte Ermittlungsgruppe (JIT) unter der Leitung der Generalstaatsanwaltschaft der Niederlande behauptet, dass die Boeing mit einer Rakete vom Typ „Buk“ abgeschossen worden sei, die der im Raum von Kursk stationierten 53. russischen Luftabwehrbrigade gehört habe.

    Russland weist Anschuldigungen zurück

    Das Außenministerium in Moskau wies mehrmals darauf hin, dass die gegen Russland erhobenen Anschuldigungen weder Hand noch Fuß hätten und bedauernswert seien.

    „Die Ermittlungen sind voreingenommen und einseitig“, hieß es in Moskau.

    Präsident Wladimir Putin zufolge kann Russland die Resultate der Ermittlungen nicht akzeptieren, solange russische Experten ausgeschlossen seien.

    Nachdem die niederländische Kommission das Triebwerk der abgefeuerten Rakete präsentiert hatte, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau, dass die derartigen Raketen bereits nach 2011 verschrottet wurden. Bekannt ist aber, dass die Ukraine über veraltete Buk-Raketen noch aus der sowjetischen Produktion verfügt.

    am/gs/ta

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    Tags:
    Daten, Radar, Ukraine, Absturz, MH17, Russland, Niederlande