10:11 28 November 2020
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    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat am Mittwoch in einem Telefon-Interview mit der Zeitung „Welt“ darauf verwiesen, dass die Alliierten trotz der durch die Corona-Pandemie entstandenen Wirtschaftskrise Militärausgaben nicht kürzen sollten und das Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben einhalten müssten.

    „Ich sehe den Konjunkturabschwung in den Mitgliedstaaten und ich weiß, dass erhöhte Ausgaben in vielen Bereichen erforderlich sind, um dagegenzuhalten“, sagte Stoltenberg. 

    Ihm zufolge sind die Bedrohungen und Herausforderungen in Sicherheitsfragen, die es vor der Krise gegeben habe, während der Pandemie nicht zurückgegangen.

    „Russland rüstet militärisch weiter auf, die globale Machtbalance verschiebt sich durch den Aufstieg Chinas und die Terrororganisation Isis* versucht wieder verstärkt, in Syrien und im Irak Boden zurückzugewinnen“, so Stoltenberg.

    Daher müssten die Nato-Staaten nach wie vor ausreichend in ihre Sicherheit investieren. Das Zwei-Prozent-Ziel der Nato sehe vor, dass sich alle Alliierten bis 2024 dem Ziel annähern, mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben.

    Trumps Kritik an Nato-Partnern 

    Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump mehrmals Kritik an den Nato-Teilnehmerstaaten geübt, dass ihre Ausgaben für die kollektive Sicherheit ihm zufolge nicht ausreichend sind.  Zudem hatte er die Alliierten dazu aufgerufen, ihre Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu erhöhen.    

    Deutschlands Militärausgaben für Nato

    Deutschland hat die Ausgaben in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert, lag aber 2019 dennoch erst bei einem BIP-Anteil von 1,38 Prozent.

    Im vergangenen November hatte Deutschland der Nato für das Jahr 2020 Verteidigungsausgaben in Höhe von rund 50,3 Milliarden Euro gemeldet. Damals wurde geschätzt, dass der Betrag einem Anteil von 1,42 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) entsprechen wird. Wegen der Wirtschaftskrise dürfte der Betrag nun allerdings einer Quote von mehr als 1,5 Prozent entsprechen. Zum Vergleich: Die USA gaben 2019 nach Nato-Zahlen rund 730 Milliarden US-Dollar (644 Mrd. Euro) für Verteidigung aus und lagen damit bei einer BIP-Quote von rund 3,4 Prozent.

    Neuartiges Coronavirus

    Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) (Stand 10. Juni, 10.47 Uhr CEST)  haben sich weltweit mehr als sieben Millionen  Menschen mit Sars-Cov-2 angesteckt. Mehr als 407.000 Menschen sind an dem Virus gestorben. 

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    ns/ae/dpa/sna

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    Tags:
    Bruttoinlandsprodukt (BIP), WHO, Kritik, Donald Trump, Die Welt, Krise, Coronavirus, Militärausgaben, Jens Stoltenberg, NATO