22:38 06 Juli 2020
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    „Berlin erfährt aus den Medien vom US-Truppenabzug, das kann nicht sein“, schätzt Armin-Paul Hampel, AfD-Außenpolitiker im Bundestag, die aktuelle Lage ein. In einer Pressemitteilung, die der Sputnik-Redaktion vorliegt, kritisiert er Außenminister Heiko Maas (SPD). Dieser sei unfähig, das „zerrüttete transatlantische Verhältnis“ zu retten.

    Das transatlantische Verhältnis, genauer das Verhältnis Deutschlands zu den USA, kühlt seit Jahren immer mehr ab. Zuletzt wurde diese Entwicklung durch die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump deutlich, der überraschend einen teilweisen Abzug der US-Armee von deutschem Territorium ankündigte. Und damit scheinbar nicht nur der Bundesregierung und dem Außen- sowie dem Verteidigungsministerium vor den Kopf stieß, sondern auch vielen deutschen Politikern. Denn bundesdeutsche Stellen wurden laut Medienberichten im Vorfeld nicht darüber informiert und durch Washington vor vollendete Tatsachen gestellt.

    Dennoch hätte Berlin die aktuelle Situation durchaus mit „diplomatischem Fingerspitzengefühl“ beruhigen können. Davon ist Armin-Paul Hampel (AfD), außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Deutschen Bundestag, überzeugt.

    „Die Kunst der sanften Diplomatie, die Strategen bis in die Fingerspitzen beherrschen, findet kreative Lösungen, ungewöhnliche Denkanstöße für festgefahrene Situationen und verhilft mit menschlichen Gemeinsamkeiten zum ‚Sieg‘ über für zementiert gehaltene Gegensätze“, erklärte der AfD-Außenpolitiker laut einer aktuellen Pressemitteilung, die der Sputnik-Redaktion vorliegt.

    „Maas besitzt kein diplomatisches Fingerspitzengefühl“

    In der Mitteilung äußerte er sich zum „zerrütteten Verhältnis“ Deutschlands zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Bereits in frühren Sputnik-Interviews bemängelte der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion viele internationale Vorstöße von Deutschlands Außenministers Heiko Maas (SPD) und stellte der Außenpolitik der Bundesregierung „ein schlechtes Arbeitszeugnis“ aus.

    „Heiko Maas besitzt diese Gabe nicht und kein Fingerspitzengefühl“, kritisierte Hampel in der aktuellen Presseerklärung. „Wie sonst ist der Zustand des transatlantischen Verhältnisses zu erklären? Streit trägt man nicht auf offener Bühne aus. Deutschland erfährt aus der Zeitung vom geplanten Truppenabzug der US-Streitkräfte. Tiefer kann man nicht sinken. Wo sind die Kontakte auf Arbeitsebene zur Trump-Administration, die uns rechtzeitig gewarnt hätten?“

    „Dialogfähig bleiben im deutschen Interesse“

    Internationale Akteure, darunter der gewählte und amtierende US-Präsident, könne „man sich nicht aussuchen, man muss sie auch nicht mögen“, betonte der Abgeordnete.

    „Aber man muss sprechfähig sein – im deutschen Interesse“, so der AfD-Außenpolitiker weiter. „Heiko Maas ist weder Diplomat, noch in der Lage, persönliche Animositäten nationalem Interesse unterzuordnen. Diese Schuhe sind zu groß, Herr Maas. Deutschland gerät in schweres Fahrwasser. Jetzt sind erfahrene Lotsen auf der Brücke gefragt. Wo ist ein Hans-Jürgen Wischnewski, wenn man ihn braucht?“

    Der 2005 verstorbene SPD-Politiker Wischnewski war in seiner bewegten politischen Laufbahn unter anderem Staatsminister im Auswärtigen Amt unter Kanzler Helmut Schmidt (SPD) sowie Staatsminister im Bundeskanzleramt.

    Trump-Kritiker Maas: „Nehmen es zur Kenntnis“

    Erst vor wenigen Tagen nannte Maas mit Blick auf den angekündigten wie überraschenden US-Truppenabzug das aktuelle deutsche Verhältnis zur USA „kompliziert“. „Sollte es zum Abzug eines Teils der US-Truppen kommen, nehmen wir dies zur Kenntnis“, sagte der Außenminister, der in der Vergangenheit immer wieder deutliche Kritik Richtung US-Präsident Trump formuliert hatte. Erst jüngst bemängelte er politische Reaktionen Trumps auf die derzeitigen Unruhen in den USA. Maas kritisierte darüber hinaus den Stopp der Zahlungen der US-Regierung an die Weltgesundheitsorganisation WHO im April.

    Im März warf der SPD-Mann Trump und Washington „einen Alleingang“ im Umgang mit der Corona-Pandemie vor. Trump hätte beispielsweise die Schließung der US-Grenzen für Europäer vorher mit Deutschland oder der Europäischen Union (EU) abstimmen sollen. Selbst vor der Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 äußerte Maas scharfe Kritik am späteren Wahlsieger. Allerdings betont der Bundesaußenminister auch immer wieder „beiderseitige Interessen“ der transatlantischen Partner Deutschland und USA.

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    Armin-Paul Hampel, Angela Hampel, Polen, Deutschland, AfD, Truppenabzug, USA