01:53 11 Juli 2020
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    Vor dem Hintergrund der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA hat Amazon die Belieferung der Polizei mit seiner Gesichtserkennungs-Software für ein Jahr gestoppt. Der Konzern hoffe, dass der US-Kongress sich in dieser Zeit auf einen regulierenden Rechtsrahmen für die Technologie einigen werde, teilte Amazon am Donnerstag mit.

    Amazon habe sich für eine stärkere Regulierung seitens der Regierung für eine ethische Nutzung von Gesichtserkennungs-Technologien eingesetzt, betonte der Online-Händler. Die Software mit dem Namen „Rekognition“ werde aber zum Beispiel weiterhin Organisationen zur Verfügung gestellt, die nach vermissten Kindern suchen und gegen den Menschenhandel kämpfen. 

    „Wir hoffen, dass dieses einjährige Moratorium dem Kongress genügend Zeit gibt, um angemessene Regeln umzusetzen, und wir sind bereit, auf Anfrage zu helfen“, heißt es in der Mitteilung. 

    Erst Anfang der Woche hatte der IT-Konzern IBM angekündigt, sich aus dem Geschäft mit Gesichtserkennungs-Software komplett zurückzuziehen. Der Konzern erklärte, er wolle nicht zulassen, dass die Technologie für Massenüberwachung, rassistische Diskriminierung oder Menschenrechtsverletzungen verwendet wird.

    Die US-Behörden haben aber andere Anbieter. So sorgte Anfang des Jahres die Firma Clearview für Aufsehen, die einfach eine Datenbank aus Millionen öffentlich zugänglichen Fotos von Online-Diensten zusammentrug und unter anderem Polizeibehörden darauf zugreifen lässt. 

    Google scheut unterdessen schon seit Jahren davor zurück, Technologie für Gesichtserkennung anzubieten oder öffentlich zugänglich zu machen. Einige US-Städte wie etwa San Francisco untersagten den Einsatz von Gesichtserkennung.

    om/sb/dpa

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    Tags:
    Rassismus, Proteste, Verbot, Gesichtserkennung, USA, Amazon