00:15 12 Juli 2020
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    Der Fall über den angeblich aus Russland mitgebrachten Giftstoff, aufgrund dessen Tschechien zwei russische Diplomaten ausgewiesen hat, ist abgeschlossen. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Sicherheits- und Nachrichtendienstes (BIS) hervor.

    „Die in die Medien durchgesickerten Informationen haben die Arbeit von BIS erheblich erschwert und die Ermittlung nahezu unmöglich gemacht“, heißt es in der Mitteilung des Dienstes. 

    Der Sicherheits- und Nachrichtendienst meldete hinzu, man habe die Staatsanwaltschaft mit der Bitte angesprochen, den Informationsverlust in Bezug auf diesen Fall zu untersuchen. 

    Es wurde zudem angegeben, die Informationen über den Giftstoff Rizin seien nicht bestätigt worden. 

    Affäre um den angeblichen Giftschmuggel 

    Ende April hatte die Prager Wochenschrift „Respekt“ unter Berufung auf Quellen im Geheimdienst berichtet, dass ein Mann mit russischem Diplomatenpass vor drei Wochen nach Prag gekommen sei und in seinem Koffer das tödliche Pflanzengift Rizin mitgeführt habe.

    Das Gift sei für Ondřej Kolář (Bürgermeister des Sechsten Prager Stadtbezirks) und für Oberbürgermeister Zdeněk Hřib bestimmt gewesen, hieß es weiter. Die beiden hatten die Demontage des Denkmals für den sowjetischen Marschall Iwan Konew und die Umbenennung des Platzes vor der russischen Botschaft in Prag in Boris-Nemzow-Platz initiiert.

    Der tschechische Innenminister Jan Hamáček räumte Mitte Mai in Bezug auf die Vergiftungsvorwürfe gegen Russland das Fehlen von Beweisen ein. Die russische Außenamtssprecherin, Maria Sacharowa, äußerte ihrerseits, dass hinter der Diplomatenausweisung bestimmte tschechische Eliten stünden, die das Verhältnis zu Moskau gezielt trüben würden.

    ao/mt/sna

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    Tags:
    Rossotrudnitschestwo, Russland, Sicherheitsdienst, Giftstoff, Tschechien