00:13 11 Juli 2020
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    Jens Stoltenberg will, dass die Nato sich stärker gegen mögliche Bedrohungen durch China wappnet. Der Allianz-Chef sagte der „Welt am Sonntag“: „China investiert stark in Nuklearwaffen und Langstreckenraketen, die Europa erreichen können. Die Nato-Verbündeten müssen sich gemeinsam dieser Herausforderung stellen.“

    Das Interview lag der dpa im Wortlaut vor.   

    „Wir sehen nicht, dass ein Nato-Mitgliedsland unmittelbar bedroht wird“, räumte Stoltenberg ein. Er merkte zugleich an, dass China im Südchinesischen Meer zunehmend versuche, die Bewegungsfreiheit für Schiffe in internationalen Gewässern zu behindern. Stoltenberg sprach von „sehr ernsthaften Entwicklungen“ und forderte Peking auf, sich an die Regeln des freien Handels und der Freiheit der Schifffahrt in internationalen Gewässern zu halten.

    Der Nato-Generalsekretär gab zu, dass die Region trotz der Spannungen kein Einsatzort für das von ihm geleitete Verteidigungsbündnis sei. „Es gibt keinen Grund, Truppen der Allianz dort hinzuschicken“, sagte er.

    Der Aufstieg Chinas verändert Stoltenbergs Worten zufolge „fundamental die globale Machtbalance“. Dabei komme China immer stärker „vor die Haustür Europas“. Das Reich der Mitte sei in der Arktis, im Mittelmeer und in Afrika präsent und investiere in kritische europäische Infrastrukturen. Die Nato müsse auf diese Entwicklungen antworten, weil sie einen fundamentalen Wandel in der weltweiten Machtbalance darstellten, so Stoltenberg.

    ls/sb/dpa

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    Tags:
    Jens Stoltenberg, NATO, China