15:41 07 Juli 2020
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    Wegen eines diplomatischen Skandals ist der Botschafter Tschechiens ins Außenministerium Russlands bestellt worden. Dies teilte eine Quelle im russischen Außenamt mit. Später meldete sich der tschechische Botschafter Vitezslav Pivonka zu Wort.

    „Ins Außenministerium ist der Botschafter Tschechiens einbestellt worden“, so die Quelle.

    Laut Pivonka verkündete Russland nach dem jüngsten Treffen Gegenmaßnahmen auf die Ausweisung seiner Diplomaten. Zugleich erläuterte Russlands Außenministerium, dass zwei Mitarbeiter der tschechischen Botschaft in Moskau zu Personae non gratae erklärt worden seien. Sie müssen demnach das Land bis 18. Juni verlassen.

    Ferner teilte der tschechische Botschafter mit, dass Moskau und Prag bei Beratungen in einigen Wochen eine politische Entscheidung zur um das Konew-Denkmal entstandenen Situation treffen würden.

    Hintergrund

    Anfang Juni hatte die tschechische Regierung zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft des Landes verwiesen. Dies gab der Ministerpräsident Tschechiens, Andrej Babis, bei einer Pressekonferenz bekannt.

    Ende April hatte die Prager Wochenschrift „Respekt“ unter Berufung auf Quellen im Geheimdienst berichtet, dass ein Mann mit russischem Diplomatenpass vor drei Wochen nach Prag gekommen sei und in seinem Koffer das tödliche Pflanzengift Rizin mitgeführt habe.

    Das Gift sei für drei Prager Politiker bestimmt gewesen, hieß es weiter. Sie sollen die Demontage des Denkmals für den sowjetischen Marschall Iwan Konew und die Umbenennung des Platzes vor der russischen Botschaft in Prag in den Boris-Nemzow-Platz initiiert haben.

    Der tschechische Innenminister, Jan Hamáček, räumte Mitte Mai in Bezug auf die Vergiftungsvorwürfe gegen Russland das Fehlen von Beweisen ein. Die russische Außenamtssprecherin, Maria Sacharowa, äußerte ihrerseits, dass hinter der Diplomatenausweisung bestimmte tschechische Eliten stünden, die das Verhältnis zu Moskau gezielt trüben würden.

    ak/ae/sna

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    Tags:
    Skandal, Botschafter, Tschechien, Russland