02:32 14 Juli 2020
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    Die Nato will mit dem Ausbau von bodengestützten Luftverteidigungssystemen auf die Stationierung von atomwaffenfähigen russischen Marschflugkörpern in Europa reagieren. Mehrere Alliierte sollen bereits beträchtliche Investitionen in neue Fähigkeiten angekündigt haben.

    Diese würden unter anderem in US-amerikanische Patriot-Systeme und europäische Abwehrsysteme vom Typ SAMP/T fließen, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag bei einer Pressekonferenz zu den bevorstehenden Gesprächen der Nato-Verteidigungsminister.

    Als weitere geplante Gegenmaßnahmen nannte Stoltenberg die Anpassung von Übungen und Aufklärungskapazitäten. Zudem soll in der sogenannten Nuklearen Planungsgruppe über mögliche Anpassungen der atomaren Abschreckung gesprochen werden. Pläne für die Stationierung neuer landgestützter atomarer Mittelstreckenwaffen der Nato gebe es aber nicht, betonte Stoltenberg.

    Ein Ausbau der Abschreckung könnte demnach zum Beispiel durch zusätzliche Übungen mit Atombombern oder nuklear bewaffneten U-Booten erfolgen. Er erwarte, dass die Verteidigungsminister einem „umfangreichen und ausgeglichen Paket politischer und militärischer Maßnahmen“ zustimmen, sagte Stoltenberg zu dem Thema.

    Atomfähige Marschflugkörper

    Die Stationierung russischer bodengestützte Marschflugkörper vom Typ 9M729 (SSC-8-Systeme) in Europa hatte im vergangenen Jahr zur einseitigen Aufkündigung des INF-Vertrags durch die USA geführt. Nach Ansicht der USA und der anderen Nato-Partner habe Russland das Abkommen mit dem besagten Raketensystem verletzt.

    Dieses soll in der Lage sein, Marschflugkörper abzufeuern, die sich mit Atomsprengköpfen bestücken lassen und mehr als 2000 Kilometer weit fliegen können. Moskau weist dies zurück und gibt die Reichweite des Systems mit unter 500 Kilometern an.

    Der INF-Vertrag untersagte Russland und den USA Produktion, Besitz und Tests von bodengestützten ballistischen Raketen sowie Marschflugkörpern, die eine Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern haben.

    mka/gs/dpa

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    Tags:
    Russland, Marschflugkörper, Luftverteidigung, NATO