12:20 30 Oktober 2020
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    Das US-Verteidigungsministerium verlangsamt absichtlich die von Präsident Donald Trump angekündigte Reduzierung der US-Militärpräsenz in Deutschland. Dies berichtete die Zeitung „The Washington Post“ am Mittwoch unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus

    „Was auch immer Sie über die Einzelheiten des Truppenabzugs aus Deutschland denken, es ist nichts Heldenhaftes daran, die geäußerten Absichten des Präsidenten bewusst zu ignorieren“, sagte ein ranghoher Verwaltungsbeamter des Weißen Hauses gegenüber der Zeitung.

    Trump bestätigte am Montag, dass er 9500 der 35.000 in Deutschland stationierten Soldaten abziehen will, wie die Zeitung „The Wall Street Journal“ Anfang Juni erstmals berichtet hatte.

    Der US-Staatschef benötige jedoch die Hilfe des Pentagons bei der Planung und Ausführung des Abzugs – und das Pentagon gehe den Prozess nur langsam an, schreibt „The Washington Post“.

    „Das Pentagon behandelt Trumps Forderung so, als ob sie nicht die Autorität einer tatsächlichen Entscheidung des Präsidenten hätte. Die Generäle ignorieren das effektiv“, heißt es in dem Artikel weiter.

    Verteidigungsminister Mark Esper habe seine eigene Überprüfung der in Europa stationierten US-Truppen durchgeführt, aber das Weiße Haus halte diese für zu vorsichtig.

    Eine ähnliche Dynamik gebe es auch in Afghanistan, wo das Weiße Haus noch vor der Präsidentschaftswahl Tausende weitere US-Soldaten – wenn nicht sogar alle – abziehen wolle, um eines von Trumps Wahlkampfversprechen zu erfüllen. Das Pentagon verzögere die Bereitstellung von Optionen zur Erreichung dieses Ziels, sagte der Beamte.

    Das Weiße Haus sei der Ansicht, dass Verteidigungsminister Mark Esper und der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, General Mark A. Milley – von Trump gewählte Beamte – „die bürokratische Unnachgiebigkeit nutzen, um Trumps erklärte Wünsche zu unterbinden“. Dies trage zur Frustration der Administration darüber bei, dass Esper und Milley auch in anderen Fragen wie beispielsweise im Umgang mit den Protesten Trump öffentlich ihre Unterstützung verweigert hätten.

    Zuvor hatte der US-Staatschef versprochen, die Zahl der US-Soldaten in Deutschland auf 25.000 zu reduzieren. Zudem zeigte sich Trump darüber empört, dass „Deutschland Russland Milliarden von US-Dollar für Energie zahlt und die Vereinigten Staaten sie (die Deutschen – Anm .d. Red.) vor Russland schützen müssen“.

    asch/ae

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