15:59 07 Juli 2020
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    Das bolivianische Parlament hat nach Angaben der Agentur ABI den vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zugesagten Kredit in Höhe von 327 Millionen US-Dollar abgelehnt. Mit dem Geld wollte die Übergangsregierung des südamerikanischen Landes die Bekämpfung des Coronavirus finanzieren.

    Wie der stellvertretende Finanzminister, Carlos Schlink, mitteilte, hatte die zuständige Parlamentskommission ihre ablehnende Haltung mit dem Fehlen von Unterlagen begründet, die sonst bei Auslandskrediten nötig sind.

    Abgeordnete aus der von Ex-Präsident Evo Morales angeführten Partei MAS („Bewegung für den Sozialismus“) hätten gefordert, einen Kreditvertrag mit dem IWF vorzulegen.

    Laut Schlink benötigt Bolivien als IWF-Mitglied keinen Kreditvertrag. Der Vizeminister verwies darauf, dass der IWF-Kredit bessere Konditionen habe, „als die 230 Kredite in Höhe von insgesamt 17 Milliarden Dollar, denen das Parlament unter Präsident Morales von 2007 bis 2019 zugestimmt hatte“.

    Nach Angaben der Agentur stehen vier weitere Kredite mit einem Volumen von insgesamt mehr als einer Milliarde US-Dollar unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Parlaments.

    Evo Morales war im November nach wochenlangen Protesten der Opposition zurückgetreten, die seine Wiederwahl im Oktober nicht anerkannt hatte. Nach Morales trat auch die gesamte Regierung zurück. Der bolivianische Senat kündigte Neuwahlen an. Die oppositionelle Vizechefin des Senats Jeanine Añez wurde zur Übergangspräsidentin. Dies löste abermals Proteste aus. Die Anhänger des in Argentinien lebenden Morales wollen die Machtübernahme durch Añez nicht anerkennen.

    leo/ae

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    Tags:
    Absage, Kredit, IWF, Parlament, Evo Morales, Bolivien