05:08 23 Oktober 2020
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    Im Bilanzskandal bei dem deutschen Dax-Konzern und Bezahldienstleister Wirecard sind 1,9 Milliarden Euro verschwunden. Einer Mitteilung aus der Nacht vom Montag zufolge ist das Unternehmen der Meinung, dass es keine entsprechenden Treuhandkonten gibt.

    Der Vorstand von Wirecard geht davon aus, dass die Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen“. Die Gesellschaft war bisher von der Existenz dieser Konten ausgegangen und hatte sie als Aktivposten ausgewiesen.

    Gleichzeitig nahm Wirecard die vorläufige Einschätzung des Geschäftsjahres 2019 zurück. „Mögliche Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse vorangegangener Geschäftsjahre können nicht ausgeschlossen werden“, heißt es in der Mitteilung weiter.

    Skandal spitzte sich am Freitag zu

    Schon am Freitag hatten die philippinischen Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands mitgeteilt, dass der deutsche Dax-Konzern kein Kunde bei ihnen sei. Dokumente externer Prüfer, die das Gegenteil besagten, seien gefälscht. Auf den Konten der beiden Banken hätte die Summe eigentlich liegen sollen.

    Markus Braun, Ex-Chef von Wirecard
    © REUTERS / Michael Dalder

    Der Vorstandschef des Dax-Konzerns Wirecard, Markus Braun, trat mit sofortiger Wirkung zurück.

    Wirecard konnte bislang keinen Nachweis über das Vorhandensein der 1,9 Milliarden

    Euro erbringen. Da die Wirtschaftsprüfer von EY (vormals Ernst & Young) in der Folge das Testat für den Jahresabschluss verweigerten, könnten Banken Wirecard nun den Geldhahn abdrehen. Die Aktie ist seit Tagen im Sturzflug.

    Hintergrund

    Das Unternehmen wickelt bargeldlose Zahlungen für Händler ab, sowohl an Ladenkassen als auch online. Das Unternehmen ist seit über einem Jahr in Bedrängnis, seit die Londoner „Financial Times” dem Management in einer Serie von Artikeln Bilanzmanipulationen vorwarf.

    pd/sb/dpa

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    Milliarden, verschwinden, Konto, Geld