07:28 21 Oktober 2020
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    Donald Trumps Ex-Sicherheitsberater, John Bolton, hat in seinem neuen umstrittenen Buch „The Room Where It Happened: A White House Memoir“ eine überraschende Behauptung geäußert, wonach der Iran im Zuge seines Atomprogramms das sogenannte „Yellowcake“, ein pulverförmiges Gemisch von Uranverbindungen, erzeugt haben soll.

    Laut Bolton hätten die Agenten von Mossad, dem israelischen Auslandsgeheimdienst, bei ihrem Eindringen in ein Lagerhaus in Teheran im Jahr 2018 das sogenannte „Nuklearmaterial“ entdeckt, aber auch angeblich Tausende von Dokumenten zum iranischen Atomprogramm. Bolton zufolge soll es sich um das sogenannte „Yellowcake“ gehandelt haben, was eine teilweise raffinierte Form von Uran ist, die bei weiterer Verarbeitung in Nuklearbrennstoff umgewandelt werden kann.

    Bolton erinnerte sich dabei an einen Besuch in Israel im August 2018, drei Monate nachdem sich die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen hatten, und schrieb, dass die Atomarchive vom Standort Turquzabad angeblich „von Menschen verarbeitetes Uran enthielten.

    „Es war kein angereichertes Uran, sondern vielleicht 'Yellowcake' und dies ist zweifellos ein Beweis, der Teherans Behauptungen widerspricht, dass es nie ein Atomwaffenprogramm gegeben habe“, behauptete Bolton.

    Nach Ansicht von Bolton könnte dies ein Beweis dafür sein, dass der Iran sein verdecktes „Projekt Amad“ nach seinem angeblichen Ende im Jahr 2004 am Leben erhalten hatte.

    Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad nutzte die Dokumente, die angeblich während des Überfalls auf den Standort Turquzabad erhalten worden waren, um die Regierung von Donald Trump zu überzeugen, sich aus dem gemeinsamen umfassenden Aktionsplan zurückzuziehen, der auch als Atomabkommen bekannt ist. Ende April 2018, weniger als eine Woche bevor die USA das Abkommen kündigten, hielt der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Pressekonferenz ab, in der er den Iran beschuldigte, über das Ausmaß seiner nuklearen Aktivitäten „gelogen“ zu haben.

    Resolution des IAEO-Gouverneursrats

    Am vergangenen Freitag hatte die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) eine Resolution verabschiedet, in der der Iran aufgefordert wurde, Zugang zu den beiden Standorten zu gewähren, die die Agentur aufgrund angeblich nicht registrierter Aktivitäten besuchen möchte. Russland und China stimmten dagegen. Der Ständige Vertreter des Irans bei internationalen Organisationen in Wien, Kazem Gharib-Abadi, erklärte, Teheran lehne die IAEO-Resolution ab, weil sie auf unbegründeten Behauptungen beruhe.

    ac/mt/sna

     

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    Tags:
    USA, Atomdeal, Entdeckung, Uran, Überfall, Mossad, Buch, Beweise, Atomwaffen, Iran, John Bolton