10:57 04 Juli 2020
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    Im Interview mit der Nachrichtenagentur „Islamic Republic News Agency” hat sich der ehemalige iranische Verteidigungsminister Hossein Dehghan über die Lage in Libyen und im Jemen sowie die US-Aktionen im Persischen Golf geäußert.

    Der iranische Ex-Verteidigungsminister teilte während des Interviews mit, dass der Iran die Konsensregierung in Tripolis unterstütze, die auch von den USA anerkannt worden sei. Dabei wies Dehghan die Vorwürfe zurück, dass der Iran die Nationalarmee von Khalifa Haftar in Ostlibyen unterstütze. Dem fügte er hinzu, dass die Islamische Republik alle Konfliktparteien in Libyen dazu aufrufe, eine politische Lösung zu finden.

    Seit dem von der Nato unterstützten Sturz des langjährigen Staatschefs Muammar al-Gaddafi vor neun Jahren steckt Libyen im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt. Die von der UN anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch in Tripolis kontrolliert den Westen des nordafrikanischen Landes und befindet sich in einer Dauerauseinandersetzung mit der Libyschen Nationalarmee von Khalifa Haftar. Diese kooperiert mit dem vom Volk gewählten Abgeordnetenrat, der im Osten Libyens das Sagen hat. Haftar versucht seit April 2019, die Macht in Tripolis zu ergreifen.

    „Wir verhandeln überhaupt nicht mit Trump“

    Was die Beziehungen zu den USA betrifft, so sagte der ehemalige iranische Außenminister, dass der Iran überhaupt nicht mit dem US-Präsidenten Donald Trump verhandeln werde, weil er ihn als „Verbrecher und nicht als Präsidenten betrachtet“. Zudem betonte Dehghan, dass jede US-Militäraktion gegen den Iran in den Gewässern des Persischen Golfs nicht unbeantwortet bleiben und auf breite Resonanz stoßen werde.

    Riad muss seine Niederlage im Jemen zugeben

    Dehghan betonte unter anderem, dass das, was jetzt im Jemen passiert, ein vergebliches militärisches Chaos sei, wofür Saudi-Arabien in erster Linie verantwortlich sei. Er fügte außerdem hinzu, dass Riad seine Niederlage im Jemen-Krieg anerkennen und eine neue Politik betreiben müsse.

    Tausende Jemeniten wurden bisher bei der Aggression getötet, und nach Angaben der Vereinten Nationen sei die Hungersnot in diesem Land zur größten humanitären Katastrophe der Welt geworden.

    Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben seit April 2015 in einer Koalition mehrerer westlicher und arabischer Länder mithilfe der USA eine Offensive gegen den Jemen gestartet, unter dem Vorwand, den zurückgetretenen und flüchtigen Präsidenten Abdurrahman Mansour Hadi wieder an die Macht zu bringen.

    ac/mt

     

     

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    Tags:
    Saudi-Arabien, Beziehungen, Jemen, Libyen, Lage, Interview, Hossein Dehghan, Verteidigungsminister, Iran